Teil eines Werkes 
12.-16 Bdchn (1847)
Entstehung
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60 Euch noch die Unruhe, die Schmerzen vor. Mein Gott!

warum bin ich ohne Kraft gegen Eure Stimme, gegen

Euren Blick?..

Diana fing an zu begreifen, ſie könnte Unrecht ge⸗ habt haben, aus ihrer tödtlichen Unentſchloſſenheit her⸗ auszutreten. Jeder Gegenſtand des Geſprächs war ein Schmerz, jede Frage war eine Gefahr. Zwiſchen die⸗ ſen zwei Weſen, welche Gott vielleicht für das Glück geſchaffen hatte, konnte es durch die Handlungen der ſerſcen nur noch Mißtrauen, Gefahr und Unglück geben.

Doch da Diana das Schickſal ſo herausgefordert, ſo wollte ſie ihm nicht entfliehen; ſie wollte den ganzen Abgrund erforſchen, den ſie verſucht hatte, und ſollte ſie auch in ſeiner Tiefe nur die Verzweiflung und den Tod finden.

Nach einem nachdenkenden Stillſchweigen ſprach

ſie:

„Es lag mir aus zwei Gründen daran, Euch zu ſehen, Gabriel: einmal hatte ich Euch eine Erklärung Zu geben, und dann wollte ich mir eine von Euch er⸗ bitten.“

„Sprecht, Diana. Oeffnet und zerreißt mein Herz nach Eurem Belieben: es gehört Euch.“

„Zuerſt war es für mich ein Bedürfniß, Gabriel, Euch auseinanderzuſetzen, warum ich nicht, ſobald ich Eure Botſchaft erhalten, ſogleich den Schleier nahm, den Ihr mir zurückſchicktet, und nicht auf der Stelle in ein Kloſter trat, wie ich dies als mein Vorhaben bei unſerer letzten und ſchmerzlichen Zuſammenkunft in Ca⸗ lais ausgeſprochen hatte.“

„Habe ich Euch den geringſten Vorwurf hierüber gemacht? Ich ließ Euch im Gegentheil durch André

ſagen, ich gebe Euch Euer Verſprechen zurück. Das

war von mir nicht ein leeres Wort, ſondern eine wirk⸗ liche Abſicht.“ „Es war auch meine wirkliche Abſicht, Nonne zu

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