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„Bange vor Euch bange vor mir!...“ ant⸗ wortete Gabriel.
„Und deshalb habt Ihr es vorgezogen, unſere alte Zuneigung zu vergeſſen? Ich ſpreche von der recht⸗ mäßigen und heiligen Seite dieſer Zuneigung?“ fügte ſie eiligſt bei.
„Ich hätte es vorgezogen, eher Alles zu vergeſſen, als von ſelbſt in dieſen Louvre zurückzukehren; ich muß es geſtehen. Doch, ach! ich habe es nicht vermocht, und der Beweis.
„Der Beweis?“
„Der Beweis iſt, daß ich Euch überall und immer ſuche; iſt, daß ich, während ich Eure Gegenwart fürchtete, Alles in der Welt gegeben hätte, um Euch eine Minute in der Ferne zu erblicken. Der Beweis iſt, daß ich, während ich in Paris, in Fontainebleau, in Saint⸗Germain und in der Nähe der königlichen Schlöſſer umherſchweifte, ſtatt das zu wünſchen, was ich, wie man glaubte, belauerte, Euch, Euren reizenden, ſüßen Anblick, Euer Kleid zwiſchen den Bäumen auf einer Terraſſe erſchaut wünſchte, herbeirief, wollte! Der Beweis iſt endlich, daß Ihr nur einen Schritt mir entgegen zu machen hattet, um mich Klugheit, Pflicht, Angſt, Schrecken, Alles vergeſſen zu laſſen. Und nun bin ich in dem Louvre, den ich fliehen mußte! Und ich beantworte alle Eure Fragen. Und ich fühle, daß dies Alles gefährlich, wahnfinnig iſt, und dennoch thue ich dies Alles. Diana, habt Ihr damit Proben genug?“
„Ja, ja, Gabriel,“ erwiederte ſie haſtig und ganz zitternd.
„Ah! wie viel vernünftiger wäre es von mir ge⸗ weſen, auf meinem feſten Entſchluß zu beharren, Euch nicht mehr zu ſehen, zu entfliehen, wenn Ihr mich ru⸗ fen, zu ſchweigen, wenn Ihr fragen würdet! Das wäre beſſer für Euch und für mich geweſen, glaubt es mir, Diana. Ich wußte, was ich that; ich zog für


