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„Doch wenn er abermals ausgegangen iſt,“ ent⸗ gegnete Aloyſe;„und in welcher Woche, an welchem
Tage werdet Ihr kommen? Wißt Ihr es ungefähr?
Er würde warten, wie Ihr Euch wohl denken könnt.“
„Ach! wie vermöchte ich, eine arme Königstochter, vorherzuſehen, in welchem Augenblick, an welchem Tag ich frei ſein werde? Doch wenn es ſein kann, ſchicke ich André mit einer Nachricht.“
Befürchtend, man habe ihn nicht gehört, klopfte der Page in dieſer Sekunde zum zweiten Male an die Thüre und rief:
„Gnädigſte Frau, die Straßen und die Umgebung des Louvre fangen an ſich zu beleben.“
„Ich komme, ich komme,“ antwortete Frau von Caſtro.„Auf! wir müſſen uns trennen, gute Amme,“ ſagte ſie leiſe zu Aloyſe.„Umarme mich, Du weißt, wie zur Zeit, da ich noch ein Kind, da ich noch glück⸗ lich war.“
Und während Aloyſe ſie, ohne ein Wort ſprechen zu können, eng umſchloſſen hielt, ſagte ſie ihr ins Ohr;
„Wache über ihm, pflege ihn.“
„Wie da er noch ein Kind, da er noch glücklich war.“
„Beſſer! oh! beſſer noch! Aloyſe; in jener Zeit bedurfte er der Sorge nicht ſo ſehr.“
Diana verließ das Haus, ehe Gabriel zurückge⸗ kehrt war.
Eine halbe Stunde nachher befand ſie ſich wieder, ohne auf ein Hinderniß geſtoßen zu ſein, in ihrer Woh⸗ nung im Louvre. Doch wenn die Folgen des Schrit⸗ tes, den ſie gemacht, ſie nicht mehr beunruhigten, ſo fühlte ſie nur um ſo lebhafter ihre Angſt in Beziehung auf die unbekannten Pläne von Gabriel.
Die Ahnungen einer liebenden Frau ſind die klarſten und unbeſtreitbarſten Prophezeiungen.


