Teil eines Werkes 
12.-16 Bdchn (1847)
Entstehung
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glaubte mir einigen Ruf erworben zu haben; es kam mir vor, als dürfte mein Name gegenwärtig mit eini⸗ ger Achtung in Frankreich, mit einigem Schrecken in Europa ausgeſprochen werden. Und da mir dieſe ſchon glänzende Vergangenheit es zur Pflicht machte, in die Zukunft zu ſchauen, ſo ordnete ich meine Pläne nach meinem Ruhme; ich träumte von großen Dingen für mein Vaterland und für mich ſelbſt, und mir ſcheint, ich hätte ſie vollbracht!“ „Nun, Monſeigneur?“ fragte Gabriel.

„Gabriel,“ erwiederte der Herzog von Guiſe,„ſeit ſechs Wochen, ſeit meiner Rückkehr an dieſen Hof habe ich an meinen Ruhm zu glauben aufgehört und auf alle meine Pläne Verzicht geleiſtet.“

„Jeſus! warum dies?“

„Habt Ihr denn nicht vor Allem geſehen, auf welch einen ſchmählichen Vertrag alle unſere Siege ausgelaufen ſind? Wären wir die Belagerung von Calais aufzuheben genöthigt geweſen, hätten die Eng⸗ länder noch die Häfen von Frankreich in ihrer Gewalt, hätte uns endlich die Niederlage auf allen Punk⸗ ten die Unzulänglichkeit unſerer Streitkräfte und die Unmöglichkeit, einen ungleichen Kampf fortzuſetzen, nachgewieſen, man würde keinen unvortheilhafteren und ſchmählicheren Vertrag unterzeichnet haben, als den von Cateau⸗Cambréſis.“

„Es iſt wahr, Monſeigneur, Jedermann beklagt, daß man ſo armſelige Früchte aus einer ſo herrlichen Ernte gezogen hat.“

„Wohl,“ fuhr der Herzog fort,„wie ſoll ich aber⸗

mals für Leute ſäen, welche ſo ſchlecht zu ernten wiſ⸗ ſen? Haben ſie mich nicht durch ihren ſchönen Frie⸗ densſchluß zur Unthätigkeit gezwungen? Mein Schwert iſt auf lange Zeit in der Scheide zu bleiben verurtheilt. Der überall und um jeden Preis ausgelöſchte Krieg löſcht zu gleicher Zeit auch meine glorreichen Träume

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