Teil eines Werkes 
12.-16 Bdchn (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

36

chen, die in unſern Taſchen ſind. Es iſt wahr, ſie bietet auch das Bildniß eines gekrönten Königs. Nur ſteht ſtatt: Henricus II., rex Galliae, auf dem Abſchnitt: Eudovicus KlII., rex Galliae. Ich habe es geſagt.“

Der Baron von Caſtelnau verließ, die Stirne hoch, ſeinen Platz. Die Anſpielung auf den Prinzen Ludwig von Condé war flagrant. Diejenigen, welche Lignières Beifall geklatſcht hatten, murrten, diejenigen, welche gemurrt hatten, klatſchten Beifall.

Doch die Maſſe blieb noch unbeweglich und ſtumm unter den zwei Minoritäten.

„Was wollen ſie denn?“ fragte Gabriel leiſe la Renaudie.

„Ich befürchte, ſie wollen nichts!“ erwiederte der Baron.

In dieſem Augenblick verlangte der Advokat des Avenelles das Wort.

„Das iſt, glaube ich, ihr Mann,“ ſprach la Renaudie.„Des Avenelles iſt mein Wirth, wenn ich in Paris bin; ein ehrlicher, geſcheiter Mann, aber zu ſchüchtern, zu klug vielleicht. Seine Meinung wird ihr Geſetz ſein.“

Des Avenelles gab ſchon am Anfang der Vorher⸗ ſehung von la Renaudie Recht.

„Wir haben muthige und ſogar vermeſſene Worte gehört,“ ſagte er.„Doch war der Augenblick wirklich gekommen, ſie auszuſprechen? Geht man nicht ein

wenig zu raſch? Man zeigt uns ein erhabenes Ziel,

doch man ſpricht nicht von den Mitteln. Sie können nur verbrecheriſch ſein. Mehr als bei einem von den⸗ jenigen, welche hier ſind, wird meine Seele gemartert von der Verfolgung, die man uns ausſtehen läßt. Doch während wir ſo viele Vorurtheile zu beſiegen haben, muß man auch noch vollends auf die Sache der Reforma⸗

tion die Gehäſſigkeit eines Mordes werfen? Ja, eines