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„Für unſern Herrn, für Jeſum Chriſt, Der aller Fürſten König iſt,
Soll ungehemmt ſein Wort ertönen, Soll Alles heilen und verſöhnen. Wie? ihr verbreitet ſeinen Fluch, Deß, der das Krenz zur Sühne irug. Schwer iſt die Straf im Erdengrunde, Poch ſchrecklicher im Höllenſchlunde Die Qual für jede Uebelthat,
Weh dem, der ſie verſchuldet hat!“
Sobald der Pſalm beendigt war, trat, als ob die⸗ ſer erſte Ruf zu Gott ſchon die Herzen erleichtert hätte, das Stillſchweigen wieder ein, und die Berathung konnte beginnen.
La Renaudie nahm zuerſt das Wort, um vor Allem den Standpunkt und die Richtung genau herauszuſtellen.
„Brüder,“ ſagte er von ſeinem Platze aus,„in Gegenwart eines unerhörten Ereigniſſes, das alle Be⸗ griffe von Recht und Billigkeit niederwirft, haben wir das Verfahren zu beſtimmen, das die Partei der Re⸗ form zu beobachten hat. Sollen wir uns noch gedulden? oder ſollen wir handeln? und wie ſollen wir in dieſem Fall handeln? Dies ſind die Fragen, die ſich Jeder hier ſtellen, die Jeder nach ſeinem Gewiſſen löſen muß. Ihr ſeht, daß unſere Verfolger von nichts Geringerem, als von einer allgemeinen Niedermetzelung ſprechen und uns insgeſammt aus dem Leben ſtreichen wollen, wie man ein ſchlecht geſchriebenes Wort aus einem Buche ſtreicht. Werden wir gehorſam den Todesſtreich abwar⸗ ten? Oder werden wir es, da die Gerechtigkeit und das Geſetz gerade von denjenigen verletzt ſind, deren Pflicht es iſt, ſie zu beſchützen, verſuchen, uns ſelbſt Gerechtig⸗ keit zu verſchaffen und für einen Augenblick die Gewalt an die Stelle des Geſetzes treten zu laſſen? Euch, meine Brüder und Freunde, geziemt es, zu antworten.“
La Renaudie machte eine kurze Pauſe, um dem
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