muthig auf dieſe Rede des Königs wieder auf, verthei⸗ digte die Sache der Gewiſſensfreiheit und fügte ſogar ſeiner kühnen Rede einige traurige und ernſte Mitthei⸗ lungen über das Benehmen der Regierung bei.
„„Ihr beklagt Euch über Unruhen?““ rief er. „„Nun wohl, wir wiſſen den Urheber und könnten das antworten, was Elias dem Achab antwortete:„„Ihr ſeid es, der Iſrael plagt.““
„Heinrich biß ſich erbleichend auf die Lippen, ſchwieg aber.
„Da erhob ſich Anne Dubourg und ließ noch unmit⸗ telbarere und noch ernſtere Vorſtellungen hören.
„„Ich fühle,““ ſagte er,„daß es gewiſſe Ver⸗ brechen gibt, Sire, die man unbarmherzig ſtrafen muß, wie den Ehebruch, die Blasphemie, den Meineid, wäh⸗ rend man ſie jeden Tag durch die Unordnung, durch die Ausſchweifung und durch ſtrafbare Liebſchaften be⸗ günſtigt. Doch weſſen beſchuldigt man diejenigen, welche man den Armen des Henkers überantwortet? des Ver⸗ brechens der beleidigten Majeſtät? Nie haben ſie den
Namen des Fürſten in ihren Gebeten vergeſſen! nie
haben ſie Empörung oder Verrath angezettelt! Wie! weil ſie vurch das Licht der heiligen Schrift die großen Laſter und die ſchmählichen Mängel der römiſchen Macht entdeckt haben, weil ſie verlangten, daß man Ordnung darein bringe, iſt dies eine ungebührliche Freiheit, die den Feuertod verdient!““
„Der König rührte ſich nicht. Doch man fühlte ſeinen Zorn dumpf brüten.
„Der Präſident Gilles Lemaitre wollte dem Zorn S Königs ſchmeicheln und rief mit geheuchelter Ent⸗ rüſtung: „56 handelt ſich um Retzer! man endige mit ih⸗ nen wie mit den Albigenſern: Philipp Auguſt hat
ſechshundert derſelben an einem Tag verbrennen laſſen.““ „Dieſe heftige Sprache nützte der guten Sache
vielleicht mehr, als die gemäßigte Feſtigkeit der Unſri⸗
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