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„Ich habe Meiſter Ambroiſe Paré geſehen, Ihr gehört zu den Unſrigen, nicht wahr?“
„Dem Herzen nach, ja, der That nach, nein,“ ant⸗ wortete Gabriel.
„Und wann werdet Ihr uns endlich der That nach und offen angehören?“ fragte la Renaudie.
„Ich werde nun nicht mehr die ſelbſifüchtige Sprache führen, die Euch vielleicht gegen mich ent⸗ rüſtet hat,“ verſetzte Gabriel.„Ich werde Euch im Gegentheil antworten: Ich will Euch gehören, wann
Ihr meiner bedürft, und wann ich Eurer nicht mehr
bedarf.“ „Das iſt Großmuth,“ verſetzte la Renaudie.„Der Edelmann bewundert Euch, der Parteimann kann Euch nicht nachahmen. Wenn Ihr den Augenblick erwartet, wo wir aller unſerer Freunde bedürfen werden, ſo wißt, daß dieſer Augenblick gekommen iſt.“
„Was geht denn vor?“ fragte Gabriel.
„Man führt einen geheimen Streich gegen die Anhänger der Religion im Schilde. Man will ſich auf einmal aller Proteſtanten entledigen.“
„Welche Anzeichen laſſen Euch dies vermuthen?“
„Man verbirgt ſich kaum,“ antwortete der Baron. „Antoine Minard, der Präſident vom Parlament, hat ganz laut in einer Rathsverſammlung in Saint⸗Germain ge⸗ äußert, man müſſe einen guten Schlag thun, wenn man nicht in eine Art von Republik, wie die Schwei⸗ zer Stände, verfallen wolle.“ 3
„Wie! er hat das Wort Republik ausgeſpro⸗ chen?“ rief Gabriel ganz erſtaunt.„Ohne Zweifel übertrieb er nur die Gefahr, damit man das Gegen⸗ mittel übertreibe?“
„Nicht ſehr,“ verſetzte la Renaudie die Stimme dämpfend;„er hat ſie, um die Wahrheit zu ſagen, nicht ſehr übertrieben. Wir haben uns auch ein wenig ver⸗ ändert, ſeit dem Tage unſerer Zuſammenkunft in der


