Der Herzog von Guiſe eilte wüthend von der Ar⸗ mee herbei und beſchuldigte laut und nicht ohne Grund Montmorency des Verraths und den König der Schwäche, weil dieſer mit einem Federzug das zugegeben hatte, was die ſpaniſchen Waffen den Franzoſen nach dreißig Jah⸗ ren günſtigen Erfolges nicht hätten entreißen können.
Doch das Uebel war geſchehen, und die düſtere Unzufriedenheit des Balafré vermochte nichts gut zu machen.
Gabriel freute ſich nicht darüber. Seine Gerech⸗ tigkeit verfolgte den Menſchen im König, und nicht den König in Frankreich. Er hätte ſich gern mit ſei⸗ nem Vaterlande geraͤcht, aber nicht gegen daſſelbe.
Doch er merkte ſich in ſeinem Geiſte den Groll, den der Herzog von Guiſe gefaßt haben mußte und auch wirklich gefaßt hatte, als er die erhabenen An⸗ ſtrengungen ſeines Genies durch die dumpfen Ränke der Intrigue vereitelt ſah.
Der ZJorn eines fürſtlichen Coriolan konnte bei Gelegenheit den Abſichten von Gabriel dienlich ſein.
Franz von Lothringen war übrigens bei Weitem nicht der einzige Unzufriedene des Königreichs.
Eines Tags begegnete Gabriel beim Pré⸗aur⸗ Cleres dem Baron de la Renaudie, den er ſeit der Be⸗ ſprechung am Morgen in der Rue Saint⸗Jacques nicht mehr geſehen hatte.
Statt ihn zu vermeiden, wie er es that, ſo oft er ein bekanntes Geſicht vor ſich ſah, redete ihn Ga⸗ briel an.
Dieſe zwei Männer waren geſchaffen, um ſich zu verſtehen; ſie glichen ſich durch mehr als eine Seite, beſonders durch die Rechtſchaffenheit und die Energie. Beide waren gleichmäßig für die Thätigkeit geboren und leidenſchaftlich für die Gerechtigkeit.
Nachdem die erſten Begrüßungen ausgetauſcht wa⸗ ren, ſprach Renaudie entſchloſſen:


