Teil eines Werkes 
12.-16 Bdchn (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

5

Martin⸗Guerre wandte ſich raſch um, fuhr mit der Hand an ſeine Mütze, ſtand auf und rief ganz erſchüttert:

„Wie, Ihr ſeid es, gnädiger Herr? Verzeiht, ich hatte Euch nicht kommen ſehen.“

„Entſchuldige Dich nicht, mein braver Martin,“ erwiederte Gabriel(denn er war es),„ich bin nicht ge⸗ kommen, um Deine Ruhe zu ſtören, ſondern um mich derſelben zu verſichern.“

„Oh! gut, da braucht mich der gnädige Herr nur anzuſchauen,“ ſagte Martin.

„Das habe ich auch gethan, Martin,“ erwiederte Gabriel.„Du biſt alſo glücklich?“

„Oh! glücklicher als die Schwalbe in der Luft oder der Fiſch im Waſſer.“

„Das iſt ganz einfach,“ verſetzte Gabriel,„Du haſt in Deinem Hauſe vor Allem den Ueberfluß und die Ruhe gefunden.“

„Ja,“ ſprach Martin⸗Guerre,„das iſt ohne Zwei⸗ fel eine von den Urſachen meiner Zufriedenheit. Ich bin vielleicht genug in der Welt herumgelaufen, ich habe genug Schlachten geſehen, genug gewacht, genug gefaſtet, genug auf hunderterlei Art gelitten, um ein wenig berechtigt zu ſein, ein paar Tage mit Vergnü⸗ gen auszuruhen, nicht wahr, gnädiger Herr? Was den Ueberfluß betrifft,“ fuhr er fort, indem er einen ernſte⸗ ren Ton annahm,„ſo habe ich in der That das Haus reich und zu reich gefunden. Dieſes Geld gehört nicht mir, und ich will es nicht berühren. Arnauld du Thill hat es gebracht und ich gedenke es denjenigen zurückzu⸗ geben, welche ein Recht darauf haben. Der erſte und ſtärkere Theil davon kommt Euch zu, gnädiger Herr, denn er iſt von Eurem Löſegeld in Calais unterſchlagen. Die Summe iſt bei Seite gelegt und bereit, an Euch zurückgegeben zu werden. Was das Uebrige betrifft, mag es Arnauld genommen oder empfangen haben, gleichviel! dieſe Thaler müſſen die Finger beſchmutzen. Meiſter Carbon Barreau, der Ehrenmann, dachte wie