herbei, um der Hinrichtung beizuwohnen, und die Stra⸗ ßen des armſeligen Fleckens Artigues waren an dieſem Tag volfreicher, als die der Hauptſtadt.
Es iſt nicht zu leugnen, der Schuldige zeigte einen gewiſſen Muth in ſeinen letzten Angenblicken, und krönte wenigſtens durch ein muſterhaftes Ende ſein un⸗ würdiges Daſein.
Als der Henker dem Gebrauche gemäß dreimal dem Volke zugerufen hatte:„Es iſt Gerechtigkeit geſchehen!“ waren, während ſich die Menge langſam, ſtillſchweigend und voll Schrecken zurückzog, in dem Hauſe des Opfers ein Mann, der betete und eine Frau, welche weinte, Martin⸗Guerre und Bertrande de Rolls.
Die heimathliche Luft, der Anblick der Orte, wo er ſeine Jugend zugebracht, die Liebe der Verwandten und der alten Freunde, und beſonders die Bemühungen von Bertrande de Rolls hatten in wenigen Tagen die Sorgen auf der Stirne von Martin⸗Guerre bis auf die Spur zerſtreut.
Eines Abends, in demſelben Monat Juli, ſaß er nach einem glücklichen, ruhigen Tag vor ſeiner Thüre unter der Laube. Seine Frau war im Innern von einigen Haushaltungsgeſchäften in Anſpruch genommen. Doch Martin hörte ſie hin- und hergehen, er war al⸗ ſo nicht allein, und er betrachtete zu ſeiner Rechten die Sonne, welche in ihrem ganzen Glanze untergehend für den kommenden Morgen einen ſo heitern Tag ver⸗ ſprach, als der abgelaufene geweſen war.
Martin⸗Guerre ſah dem zu Folge einen Cavalier nicht, welcher von ſeiner Rechten kam und ſich ihm ge⸗ räuſchlos näherte.
Dieſer Cavalier blieb einen Augenblick ſtehen und betrachtete mit einem ernſten Lächeln die ſtumme, ruhige Beſchauung von Martin.
Dann ſtreckte er die Hand nach ihm aus und be⸗ rührte ſeine Schulter, ohne etwas zu ſagen.
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