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„Nein! nein! keine Gnade! keine Gnade! das iſt beſſer.“
„Oh! oh!“ verſetzte Gabriel,„ich wußte nicht, daß Du ſo unverſöhnlich biſt, und noch geſtern beklagteſt Du den Betrüger und hätteſt ihn gern gerettet.“
„Geſtern! geſtern!“ erwiederte Arnauld,„geſtern hatte er uns noch nicht dieſen letzten Streich geſpielt, der meimer Meinung nach noch viel abſcheulicher iſt, als alle andere.“
„Du haſt Recht. Es iſt alſo entſchieden Deine Meinung, daß der Schuldige ſterbe?“
„Mein Gott,“ erwiederte Arnauld du Thill mit einer gottſeligen Miene,„Ihr wißt, gnädiger Herr, in welchem Grade die Gewaltſamkeit, die Rache und Blut⸗ urtheile meiner Natur widerſtreben. Mein Inneres wird von Schmerzen zerriſſen, daß ich mich gezwungen ſehe, eine ſo grauſame Nothwendigkeit hinzunehmen. Doch es iſt eine Nothwendigkeit. Bedenkt, gnädiger Herr, daß mein Daſein, ſo lange dieſer mir ſo ähnliche Menſch lebt, nicht ruhig ſein kann. Der letzte freche Streich, den er in dieſem Augenblick wagt, beweiſt uns, daß er unver⸗ beſſerlich iſt. Steckt man ihn ins Gefängniß, ſo wird er entweichen; verbannt man ihn, ſo wird er zurückkehren! und ſo müßte ich immer unruhig, gepeinigt leben, ich müßte unabläßig bereit ſein, ihn wiedererſcheinen und abermals eine Stoͤrung in mein Leben bringen zu ſehen. Meine Freunde, meine Frau werden nie ſicher ſein, daß ſie es mit mir zu thun haben. Es wird beſtändig ein Miß⸗ trauen obwalten. Man wird ſtets neue Conflicte, neue Streitigkeiten zu erwarten haben. Ich werde mich nie im Beſitze meiner ſelbſt nennen können. Ich muß alſo mit Schmerz, mit Verzweiflung, gnädiger Herr, meinem Charakter Zwang anthun! Allerdings werde ich den Reſt meiner Tage traurig ſein, weil ich den Tod eines Men⸗ ſchen verurſacht habe, doch es muß geſchehen! Der heutige


