Teil eines Werkes 
8.-11. Bdchn (1847)
Entstehung
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ohne die Perſon zu unterſcheiden. Auf dieſe erbärmlichen Gründe ſtützt er ſein neues Vorgeben. Und er weint, und er ſchreit, und er verlangt nach mir und will mich ſehen.“

„Habt Ihr ihn wirklich geſehen, gnädiger Herr?“ fragte Arnold raſch.

„Meiner Treue, nein,“ antwortete Gabriel.„Ich habe bange vor ſeinen Ränken und Liſten. Er wäresfähig, mich zu verführen und abermals zu täuſchen, der Burſche iſt ſo geſcheit und ſo verwegen!“

„Ah! der gnädige Herr vertheidigt ihn nun,“ ver⸗ ſetzte Arnauld du Thill, Urzufriedenheit heuchelnd.

„Ich vertheidige ihn nicht, Martin! Doch geſtehen wir, daß es ein an Mitteln reicher Kopf iſt, und wenn er nur die Hälfte ſeiner Geſchicklichkeit zum Guten ange⸗ wendet hätte.

„Es iſt ein Schändlicher!“ rief Arnauld voll Hef⸗

tigkeit.

„Wie Du ihn heute ſchmähſt!“ verſetzte Gabriel. „Ich dachte, als ich hierherkam, ich muß es geſtehen, im Ganzen habe er keines Menſchen Tod verurſacht; wenn er in einigen Stunden verurtheilt ſei, ſo werde man ihn ſicherlich, ehe acht Tage vergehen, aufhängen, die Todes⸗ ſtrafe ſei vielleicht zu hart, zu übermäßig für ſeine Ver⸗ brechen, und wir könnten, wenn Du wollteſt, um Begna⸗ digung für ihn bitten.“

„Um Begnadigung für ihn bitten!“ wiederholte Arnauld etwas unentſchloſſen.

„Ja, ich weiß wohl, das fordert einige Ueberlegung,“ ſprach Gabriel.„Doch überlege es Dir, Martin, was ſagſt Du dazu?“

Das Kinn in der Hand und ſich an der Wange kratzend, blieb Arnauld du Thill einige Sekunden nach⸗

denkend und ohne zu antworten; endlich faßte er ſeinen

Entſchluß und ſprach mit feſtem Tone;