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Nein; er hatte ſchnell ſeinen Entſchluß gefaßt und gedachte bei zukünftigen Zwiſchenfällen und unvorherge⸗ ſehenen Umſtänden je auf die entſprechende Weiſe zu Werke zu gehen.
Als es Tag war, betrachtete er ſeine Kleidung; er fand ſie tadellos und war bemüht, den Glang, die Hal⸗ tung und die Stellungen wieder zu nehmen, wie er ſie einſt bei Martin⸗Guerre ſtudirt hatte. Die Nach⸗ ahmung war vollkommen, wenn er nicht etwa die gut⸗ müthige Miene ſeiner Soſie übertrieb. Es iſt nicht zu leugnen, dieſer elende Burſche wäre ein vortrefflicher Ko⸗ mödiant geworden.
Gegen acht Uhr Morgens drehte ſich die Thüre ſei⸗ nes Gefängniſſes auf ihren Angeln.
Arnauld bewältigte ein Beben und gab ſich ein gleich⸗ gültiges, ruhiges Ausſehen.
Der Gefangenwärter vom vorhergehenden Tage er⸗„ ſ wieder und führte den Grafen von Montgommery ein.
„Teufel! jetzt kommt die Kriſe!“ ſagte Arnauld du Thill zu ſich ſelbſt.„Halten wir feſt!“ Er erwartete voll Angſt das erſte Wort, das aus
dem Munde des Grafen ihm in's Geſicht kommen ſollte.
„Guten Morgen, mein armer Martin⸗Guerre,“ ſagte Gabriel.
Arnauld du Thill athmete. Der Graf von Mont⸗ gommery hatte ihm, als er ihn Martin nannte, wohl ins Geſicht geſchaut. Das Quiproquo fing wieder an und. Arnauld war gerettet. z⸗
„Guten Morgen, mein guter, theurer Herr,“ ſagte er zu Gabriel mit einem Erguſſe der Dankbarkeit, der nicht ganz geheuchelt' war.
Er wagte es, beizufügen:
„Nun, was gibt es Neues, gnädiger Herr?“
„Aller Wahrſcheinlichkeit nach wird der Spruch dieſen Morgen gefällt werden,“ erwiederte Gabriel.*


