Teil eines Werkes 
8.-11. Bdchn (1847)
Entstehung
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mein Befehl. Die Stunde iſt vorüber und Ihr könnt nicht mehr eine Minute länger hier bleiben, meine ſchöne Thränenreiche!“

„Wie! ich ſoll ihn ſchon verlaſſen 2“ rief Bertrande.

„Ihr werdet morgen und die folgende Tage Zeit ha⸗ ben, ihn zu ſehen,“ erwiederte der Gefangenwärter.

„Es iſt wahr, morgen iſt er frei!“ verſetzte Ber⸗ trande.„Morgen, Freund, werden wir unſer ſanftes Leben von früher wieder beginnen.“

„Morgen alle Zärtlichkeiten!“ ſagte der rauhe Ge⸗ Für den Augenblick müßt Ihr Euch weg⸗ packen.“

Bertrande küßte zum letzten Mal die Hand, die ihr Arnauld mit einer königlichen Geberde reichte, ſandte ihm

mit ihrer Hand noch ein Lebewohl zu und ging vor

dem Gefangenwärter hinaus.

Als dieſer die Thüre ſchließen wollte, rief ihn Ar⸗ nauld zurück.

„Koͤnnte ich Licht haben, eine Lampe?“ fragte er.

„Gewiß, heute wie jeden Abend,“ antwortete der Gefangenwärter,„wenigſtens bis zur Stunde der Feier⸗ glocke, bis um neun Uhr. Bei Gott! man hält Euch nicht ſo ſtreng, wie Arnauld du Thill! Und dann iſt Euer Herr, der Graf von Montgommery, ſo freigebig! Man iſt gefällig gegen Euch. um ihn ſich verbind⸗ lich zu machen. In fünf Minuten werde ich Euch Eu⸗ ren Leuchter ſchicken, Freund Martin!“

Ein Knecht des Gefängniſſes brachte wirklich nach einigen Augenblicken Licht. Er entfernte ſich wieder, nachdem er dem Gefangenen guten Abend gewünſcht und ihm, ſobald er die Feierglocke hoͤre, ſein Licht auszulö⸗ ſchen empfohlen hatte.

Als ſich Arnauld allein ſah, ſtreifte er ſachte die lin⸗ nenen Kleider ab, die er trug, und zog nicht minder ſachte einen von den bekannten braunen Leibröcken und gelben