Teil eines Werkes 
8.-11. Bdchn (1847)
Entstehung
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„Auf!“ ſagte Arnauld mit milderem Tone,„verzwei⸗ felt nicht, Bertrande, wir werden ſehen.“

„Ah!⸗ rief Bertrande,„was ſagte ich? Ja, Ihr ſeid mein wahrer, mein guter Martin⸗Guerre!“

Sie warf ſich ihm zu Füßen, ſie benetzte ſeine Hände mit aufrichtigen Thränen, denn ſie glaubte wirklich mit ihrem Gatten zu ſprechen, und Arnauld du Thill, der ſie mit ſeinem mißtrauiſchen Blicke betrachtete, konnte nicht den geringſten Verdacht ſchöpfen. Die Zeichen der Freunde und der Reue, die ſie von ſich gab, waren entfernt nicht zweideutig.

„Es iſt gut!“ brummte Arnauld in ſeinem Innern, „Du wirſt mir dies Alles eines Tages bezahlen, Treu⸗ loſe!“

Mittlerweile ſchien er einer unwiderſtehlichen Be⸗ wegung der Zärtlichkeit nachzugeben.

„Ich bin muthlos und fühle, daß ich ſchwach werde,“ ſagte er, indem er ſich den Anſchein gab, als trocknete er eine Thräne, welche nicht floß.

Und gleichſam unwillkührlich hauchte er einen Kuß auf die gebeugte Stirne der Reumüthigen.

„Welch ein Glück!“ rief Bertrande,„ich bin nun wie⸗ der in Gnaden!“ 5

In dieſem Augenblick öffnete ſich die Thüre und der Gefangenwärter erſchien wieder.

„Ausgeſöhnt!“ ſagte er mit einer verdrießlichen Miene, als er die ſentimentale Gruppe der vorgeblichen Chegatten erblickte.„Ich wußte das zum Voraus! Oh! Martin, Ihr naße Henne!

„Wie, Ihr macht ihm ein Verbrechen aus ſeiner Gutmüthigkeit!“ entgegnete Bertrande.

„He! he! laßt das! laßt das!“ ſagte Arnauld mit ſeiner väterlichen Miene lächelnd.

„Nun, ich wiederhole, das iſt Eure Sache!“ ſprach der unbeugſame Kerkermeiſter.„Was mich angeht, iſt

Die beiden Dianen. M. 17