Teil eines Werkes 
8.-11. Bdchn (1847)
Entstehung
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und ſo werde ich Euch an Eurem Herzen wiedererkennen, wie ich Euch ſchon an Euren Zügen erkannt habe?“

.„Ihr erkennt mich alſo nun wieder?“ ſagte Arnauld du Thill endlich.

„Ah! ja,“ antwortete Bertrande,„und ich ſchmähe mich, daß ich zu dieſem Behuf den Urtheilsſpruch der Richter abgewartet habe.“

„Ihr erkennt mich?“ wiederholte Arnauld dringend, „Ihr erkennt mich, nicht als jenen Intrigant, der ſich noch in der vorigen Woche frecher Weiſe Euren Gatten nannte, ſondern als den wahren und legitimen Martin⸗Guerre, den Ihr ſeit Jahren nicht mehr geſehen habt? Schaut mich an. Ihr erkennt in mir Euren wahren und einzigen Gatten?“

„Ganz gewiß,“ antwortete Bertrande.

„Und an welchen Merkmalen erkennt Ihr mich?“

fragte Arnauld.

„Ach!“ erwiederte Bertrande naiver Weiſe,„ich muß es geſtehen an völlig äußerlichen und von Eurer Perſon unabhängigen Merkmalen. Stündet Ihr neben Arnauld du Thill, gekleidet wie er, ſo wäre die Aehnlichkeit ſo vollkommen, daß ich Euch vielleicht noch nicht unterſchei⸗ den würde. Ich erkenne Euch als meinen wahren Gat⸗ ten, weil Ihr dieſes Gefängniß inne habt und nicht das von Arnauld, weil Ihr mich nicht mit der Strenge auf⸗ nehmt, die ich verdiene, während mich Arnauld abermals zu täuſchen und zu verführen ſuchen würde.“

„Elender Arnauld!“ rief Arnauld mit ſeinem ſtren⸗ gen Tone.„Und Du zu leichtgläubige Frau!“

„Ja, ſchmäht mich!“ ſagte Bertrande de Rolls,

„Euere Vorwürfe find mir lieber, als Euer Stillſchwei⸗

gen. Wenn Ihr mir Alles geſagt habt, was Ihr auf dem Herzen tragt, werdet Ihr— ich kenne Euch, Ihr ſeid nachſichtig und zärtlich,— werdet Ihr Euch beſänf⸗ tigen und mir vergeben!“

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