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der mir Euren Wuchs und Euren Gang verbarg. Seitdem bin ich beinahe im Gewahrſam gehalten worden, wie Ar⸗ nauld du Thill und wie Ihr, und ich habe Euch Beide faum vor dem Tribunal wieder geſehen und zwar ſtets getrennt und immer ſehr von ferne. Welches Mittel hatte ich, vor dieſer furchtbaren Aehnlichkeit die Wahrheit heraus⸗ zufinden? Ich entſchied mich gleichſam aus Zufall für denjenigen, welchen ich am Tage zuvor meinen Gatten nannte. Ich beſchwöre Euch, mir deshalb nicht zu grollen. Doch die Richter geben mir heute die Verſicherung, daß ich mich getäuſcht, und daß ſie die Beweiſe hiefür erlangt haben. Ich komme dem zu Folge ganz reumüthig und ganz verwirrt zu Euch und vertraue nur auf Eure frühere Liebe und Güte. Habe ich Unrecht gehabt, ſo auf Eure Nachſicht zu zählen?“
Nach dieſer beinahe unmittelbaren Frage machte Bertrande eine neue Pauſe. Doch der falſche Martin blieb immer ſtumm.
Bertrande gebrauchte offenbar, indem ſie Arnauld du Thill ſo verließ, ein ſeltſames Mittel, um ihn zu erweichen; doch ſie handelte im guten Glauben und vertiefte ſich immer mehr auf dieſem Weg, den ſie für den wahren hielt, um zu dem Herzen desjenigen zu gelangen, welchen ſie anflehte.
„Ihr werdet mein Weſen ſehr verändert finden,“ fuhr ſie fort.„Ich bin nicht mehr das hochmüthige, launen⸗ hafte, zornige Weib, das Euch ſo viel ausſtehen ließ. Die ſchlechte Behandlung, die ich von dieſem Arnauld zu er⸗ fahren hatte, und die ihn mir hätte verrathen müſſen, hat wenigſtens die gute Folge, daß ſie mich beugte und mürbe machte, und Ihr dürft gewärtig ſein, mich in Zukunft eben ſo folgſam und gefällig zu finden, als Ihr ſelbſt ſanft und gut ſeid... Denn nicht wahr, Ihr werdet ſanft und gut gegen mich ſein, wie in der Vergangenheit? Ihr werdet es mir dadurch beweiſen, daß Ihr mir verzeiht,


