Teil eines Werkes 
8.-11. Bdchn (1847)
Entstehung
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ſchiedenheit iſt es, was mir, ich muß es geſtehen, hätte die Augen öffnen ſollen. Doch nichts warnte mich, auf meiner Hut zu ſein. Arnauld du Thill ſprach mit mir von der Vergangenheit, wie nur Ihr es hättet thun können. Er hatte Eure Papiere, Euren Ringz bei keinem Freunde, bei keinem Verwandten regte ſich ein Verdacht. Ich gab mich in gutem Glauben hin und ſchrieb die Veränderung der Laune der Erfahrung zu, die Ihr, die Welt durch⸗ wandernd, erlangt hättet. Bedenkt, mein theurer Freund, daß ich unter dem Namen dieſes Fremden immer nur Euch liebte, Euch, dem ich mich mit Freuden unterwarf. Zieht das wohl in Betracht, und Ihr werdet mir dieſen erſten Irrthum vergeben, der mich, großer Gott! ohne daß ich es wollte und wußte, die Sünde begehen ließ, für die ich dem Himmel und Euch den Reſt meines Lebens um Vergebung bitten werde.“

Bertrande de Rolls ſchwieg abermals, um zu ſehen, ob Martin⸗Guerre mit ihr ſprechen und ſie ein wenig er⸗ muthigen würde. Doch er beobachtete ein hartnäckiges Stillſchweigen, und die arme Bertrande fuhr mit gepreßtem Herzen fort:

„Wenn es unmöglich iſt, Martin, vaß Ihr mir wegen vieſes erſten unwillkührlichen Fehlers einen Groll bewahrt, ſo verdient der zweite leider alle Eure Vorwürfe und Euren ganzen Zorn. Da Ihr nicht da waret, konnte ich einen Andern für Euch halten, doch als Ihr erſchienet und es mir vergönnt war, eine Vergleichung anzuſtellen, hätte ich Euch auf der Stelle erkennen müſſen. Bedenkt indeſſen, ob nicht auch hier Einiges zu meiner Entſchuldigung ſprechen dürfte. Einmal war Arnauld du Thill, wie Ihr ſagtet, im Beſitze des Namens und des Titels, die Euch gehören und es widerſtrebte mir, eine Ahnung zuzulaſſen, die mich ſchuldig machte. Dann geſtattete man mir auch kaum, Euch zu ſehen und zu ſprechen. Als man mich mit Euch confrontirte, hattet Ihr nicht Eure gewöhnlichen Kleider, und Ihr waret in einen langen Mantel gehüllt,