233
Gabriel,„hat ſich auf meinen Befehl zuerſt in Rieur in Verhaft gegeben. Herr Richter, ich bin der Graf von Montgommery, Exkapitän der Garden Seiner Majeſtät. Der Angeklagte hat mich ſelbſt anerkannt. Als ſein An⸗ kläger fordere ich Euch auf, ihn verhaften und einkerkern zu laſſen. Wenn ſie Beide in den Händen des Gerichtes ſind, hoffe ich leicht beweiſen zu können, auf welcher Seite die Wahrheit und auf welcher der Betrug iſt.“
„Das iſt klar,“ ſagte der geblendete Richter zu Ga⸗ briel.„Man führe Martin⸗Guerre in's Gefängniß.“
„Stark durch meine Unſchuld, begebe ich mich auf der Stelle ſelbſt dahin,“ ſprach Arnauld.„Meine guten und theuren Freunde,“ fügte er bei, indem er ſich an die Menge wandte, die er für ſich zu gewinnen für klug erach⸗ tete,„ich zähle darauf, daß Ihr mich durch Eure redliche Zeugſchaft in dieſer Noth unterſtützen werdet. Nicht wahr, Ihr, die Ihr mich gekannt habt, werdet mich insgeſammt anerkennen?“
„Ja, ja, ſei unbeſorgt, Martin!“ ſprachen alle Freunde und Verwandten, bewegt durch dieſe Anrufung.
Bertrande aber war in Ohnmacht gefallen.
„ Acht Tage nachher eroͤffnete ſich die Inſtruction des Proceſſes vor dem Gerichte in Rieur.
Gewiß ein ſeltſamer und ſchwieriger Proceß, der wohl ſo berühmt zu werden verdiente, als er es noch nach dreihundert Jahren in unſeren Tagen iſt.
Hätte ſich Gabriel von Montgommeryh nicht ein we⸗ nig darein gemiſcht, ſo würden die vortrefflichen Richter von Rieur, vor denen die Sache verhandelt wurde, ſich nie herauszuziehen gewußt haben.
Was Gabriel vor Allem verlangte, war, daß die zwei Gegner bis auf neuen Befehl unter keinem Vor⸗ wand einander gegenübergeſtellt würden. Die Verhöre und Confrontationen fanden abgeſondert ſtatt und Martin
Die beiden Dianen. U. 16


