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„Ich bin dergeſtalt gewiß, mich nicht zu täuſchen,“ verſetzte Gabriel ruhig,„daß ich den hier gegenwärtigen Richter von Artigues geradezu auffordere, Euch zu ver⸗ haften und einzukerkern. Iſt das klar?“
Alle Anweſenden machten eine Bewegung des Schre⸗ ckens. Der Richter näherte ſich ganz erſtaunt. Arnauld allein behielt ſeine ſcheinbare Ruhe.
„Darf ich wenigſtens erfahren, welches Verbrechens ich angeklagt bin?“ fragte er.
„Ich klage Euch an,“ antwortete Gabriel voll Fe⸗ ſtigkeit,„daß Ihr betrügeriſch den Platz meines Stallmei⸗ ſters Martin⸗Guerre eingenommen, daß Ihr ihm böslicher und verrätheriſcher Weiſe ſeinen Namen, ſein Haus und ſeine Frau mit Hülfe einer Aehnlichkeit geſtohlen habt, welche ſo vollkommen iſt, daß ſie jede Einbildung über⸗ ſchreitet.“
Bei dieſer ſo ſcharf ausgeſprochenen Anklage ſchauten ſich die Gäſte verwundert an.
„Was ſoll das bedeuten?“ murmelten ſie.„Martin⸗ Guerre iſt nicht Martin⸗Guerre! Welche teufliſche Zau⸗
berei ſteckt dahinter?“
Mehrere von dieſen guten Leuten bekreuzten ſich und ſprachen leiſe Beſchwörungsformeln. Die meiſten fingen an, ihren Wirth mit Schrecken zu betrachten.
Arnauld du Thill begriff, daß es Zeit war, einen entſcheidenden Schlag zu thun, um die erſchütterten Geiſter zu ſich zurückzuführen, und er rief, indem er ſich gegen diejenige umwandte, welche er ſeine Frau nannte:
„Bertrande! ſprich doch, bin ich Dein Mann oder bin ich es nicht?“
Bis jetzt ganz beſtürzt, keuchend, hatte die arme Bertrande, ohne ein Wort zu ſagen, nur mit weit aufge⸗ riſſenen Augen bald Gabriel, bald ihren vermeintlichen Gatten angeſchaut.
Doch bei der herriſchen Geberde von Arnauld du


