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„Euer Reffe? Ich kenne Euch nicht. Wer ſeid Ihr?“
„Du kennſt mich nicht, Arnauld,“ ſagte der Mann. „Du erkennſt nicht Deinen alten Oheim mütterlicher Seite, Carbon Barreau, dem Du, wie der ganzen Famile, ſo viele Sorgen gemacht haſt?“
„Bei meiner Treue, nein!“ erwiederte Arnauld mit einem frechen Gelächter.
„Wie! Du verleugneſt mich und verleugneſt Dich?“ verſetzte Carbon Barreau.„Sprich, haſt Du nicht ge⸗ macht, daß Deine Mutter, meine Schweſter, eine arme Witwe, die Du vor zehn Jahren in Sagias verlaſſen haſt, vor Kummer geſtorben iſt? Ah! Du erkennſt mich nicht, ſchlimmer Geſelle 2“
„Ich weiß nicht, was Ihr ſagen wollt,“ verſetzte der unverſchämte Arnauld, ohne ſich aus der Faſſung bringen zu laſſen.„Ich heiße nicht Arnauld, ſondern Martin⸗ Guerre; ich bin nicht von Sagias, ſondern von Artigues. Die Alten aus der Gegend haben mich geboren werden ſehen und würden es bezeugen, und wenn Ihr verſpottet werden wollt, braucht Ihr nur Eure Ausſage vor Ber⸗ trande de Rolls, meiner Frau, und vor gllen meinen Verwandten zu wiederholen.“
„Eure Frau? Eure Verwandten?“ ſagte Carbon Barreau erſtaunt.„ Verzeiht, ſollte ich mich wirklich ge⸗ täuſcht haben? Doch nein, es iſt unmöglich! eine ſolche Aehnlichkeit ℳ
„Nach Verlauf von zehn Jahren iſt das ſchwer zu ermitteln,“ unterbrach ihn Arnauld.„Geht! Ihr habt die Blendung, mein braver Mann; meine wahren Oheime und meine wahren Verwandten werdet Ihr ſehen und ſo⸗ gleich ſelbſt hören.“.
„Gut alſo,“ verſetzte Carbon Barreau, der überzeugt zu ſein anfing,„Ihr könnt Euch rühmen, meinem Neffen Arnauld du Thill zu gleichen.“
„Ihr belehrt mich hierüber,“ entgegnete Arnauld hohnlachend; vich habe mich doſſen noch nicht gerühmt.“


