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ſeinem Herzen nie Stärke und Muth genug, um ein ſo hartes Opfer zu vollbringen.
„Nein, nein,“ ſagte er zu ſich ſelbſt,„wenn ich ſie nicht habe, ſo ſoll ſie wenigſtens Niemand haben!“
Unter dieſen Unentſchloſſenheiten, unter dieſen Befürch⸗ tungen vergingen die Tage, die Wochen, die Monate.
Am 34. December 1557 gelang es Lord Wentworth, Zutritt in die Wohnung von Frau von Caſtro zu erhalten. Er athmete, wie geſagt, nur hier, obgleich er ſtets trau⸗ riger und verliebter wegging. Aber Diana, ſelbſt ſtreng, ſehen, ſie, ſelbſt ironiſch, hören, war für ihn das gebie⸗ teriſchſte Bedürfniß geworden.
Sie ſprachen mit einander, er ſtehend, ſie vor dem hohen Kamin ſitzend.
Sie ſprachen mit einander über den einzigen ſchmerz⸗ lichen Gegenſtand, der ſie vereinigte und zugleich trennte.
„Nein, Madame,“ ſagte der verliebte Gouverneur, „wenn ich dennoch, auf das Aeußerſte gereizt durch Eure Grauſamkeit, in Verzweiflung gebracht durch Eure Ver⸗ vergäße, daß ich Edelmann und Euer Wirth
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„Dann würdet Ihr Euch entehren, Mylord, und nicht mich,“ antwortete Diana mit Feſtigkeit.
„Wir wären miteinander entehrt!“ entgegnete Lord Wentworth.„Ihr ſeid in meiner Gewalt! Wohin würdet Ihr Euch flüchten?“
„Mein Gott! in den Tod,“ erwiederte ſie ruhig.
Lord Wentworth erbleichte und ſchauerte. Er den Tod von Diana veranlaſſen!
„Eine ſolche Hartnäckigkeit iſt nicht natürlich,“ ſagte er, den Kopf ſchüttelnd.„Ihr würdet Euch fürchten, mich zum Aeußerſten zu treiben, wenn Ihr nicht irgend eine wahnſinnige Hoffnung bewahrtet, Madame. Ihr glaubt alſo immer noch an einen unmöglichen Wechſelfall? Sprecht, von wem könnt Ihr zu dieſer Stunde Hülfe erwarten?“ Die beiden Dianen. M. 3


