Teil eines Werkes 
8.-11. Bdchn (1847)
Entstehung
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„

Pyrenäen gelebt, einen Fuß in Frankreich, einen Fuß in Spanien. Und meiner Treue! ich habe meine dop⸗ pelte Baſtardſchaft luſtig aufgenommen, ohne darüber meiner Mutter oder dem guten Gott zu grollen.“

„Und wie lebtet Ihr?“

„Ah! das iſt es. Unparteiiſch zwiſchen meinen zwei Vaterländern, ſuchte ich ſtets, innerhalb der Gränze meiner ſchwachen Mittel, zwiſchen ihnen die Barrieren zu vernichten, auf jedes derſelben die Vortheile des an⸗ deren auszudehnen und durch dieſen freien Austauſch der Gaben, die ſie abgeſondert durch die Vorſehung er⸗ halten, als frommer Sohn mit allen meinen Kräften zu ihrer natürlichen Wohlfahrt beizutragen.“

„Mit einem Worte,“ ſprach Martin,„Ambroſio war Schmuggler.“

„Aber,“ fuhr Ambroſio fort,„den ſpaniſchen wie

den franzöſiſchen Behörden bezeichnet, mißkannt und verfolgt zugleich von meinen Landsleuten auf beiden Gebirgsſeiten der Pyrenäen, faßte ich den Entſchluß, ihnen den Platz zu überlaſſen und nach Paris zu ge⸗ hen, nach dieſer Stadt der Mittel und Quellen für brave Leute.“

„Wo Ambroſio glücklich wäre,“ fügte Martin bei, „wenn er, unerſchrocken, gewandt und ſeit langer Zeit an Strapatzen und Gefahren gewöhnt, in den Dienſt des Vicomte d'Exmos treten dürfte.“

„Angenommen Ambroſio der Schmuggler!“ ſagte Gabriel.„Nun zu einem Andern.“

Ambroſio ging entzückt hinaus und machte einem Menſchen von ascetiſcher Miene und beſcheidenen Ma⸗ nieren Platz, der einen langen braunen Mantel und einen großkörnigen Roſenkranz um den Hals trug.

WMartin kündigte ihn unter dem Namen Lac⸗ tance an.

„Lactance hat ſchon unter den Befehlen von Herrn

von Coligny gedient, der ſeinen Verluſt beklagt und ihm heim gnäpigen Herrn ein gutes Zeugniß geben