Teil eines Werkes 
8.-11. Bdchn (1847)
Entstehung
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Du mußt für einige Zeit Dich ſelbſt vergeſſen, Du mußt den Schatten vergeſſen, der über Deinem Le⸗ ben ſchwebt, wir werden ihn ſpäter zerſtreuen, das ver⸗ ſpreche ich Dir. Doch gegenwärtig bedarf ich Deiner, Martin.“

„Ah! deſto beſſer! deſto beſſer!“ rief Martin⸗ Guerre.

„Aber verſtehen wir uns wohl, ich bedarf Deiner ganz und gar, Deines ganzen Lebens, Deines ganzen Muthes. Martin, willſt Du auf mich vertrauen, Deine perſönliche Unruhe vertagen und Dich meinem Geſchick allein hingeben 2“

„Ob ich es will!“ rief Martin.„Gnädiger Herr, das iſt meine Pflicht, und mehr noch, es iſt mein Ver⸗ gnügen. Beim heiligen Martin! ich war nur zu lange von Euch getrennt; Hagel und Sturm! ich will die verlörenen Tage wieder einbringen. Seid unbeſorgt, und ſollten Millionen Martin⸗Guerre auf meinen Fer⸗ ſen ſein, ich werde ihrer ſpotten. Sobald Ihr da ſeid, vor mir ſeid, ſehe ich nur Euch auf der ganzen Welt.“

„Wackeres Herz!“ ſprach Gabriel.„Bedenke je⸗ doch, Martin, daß das Unternehmen, bei dem Du mit⸗ wirken ſollſt, voll von Gefahren und Abgründen iſt.“

„Baſta! man ſpringt darüber weg!“ ſagte Martin, indem er ſorglos mit den Fingern ſchnalzte.

„Wir werden hundertmal um unſer Leben ſpielen müſſen.“

„So viel der Einſatz werth iſt, ſo viel gilt die Partie gnädiger Herr.“

„Haben wir aber dieſe furchtbare Partie einmal eingegangen, ſo iſt es uns nicht mehr geſtattet, ſie auf⸗ zugeben.“

„Man iſt ein ſchöner Spieler oder iſt es nicht,“ erwiederte Martin mit ſtolzem Tone.

„Gleichviel! trotz aller Entſchloſſenheit, ſiehſt Du

die furchtbaren und ſeltſamen Wechſelfälle nicht vorher,

welche der übermenſchliche Kampf mit ſich bringt, zu