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„Beſchuldigt mich nicht der Langſamkeit. Ich ge⸗ höre, wie Ihr wißt, nicht zu den Zögernden, wohl aber zu denen, welche nachdenken. Ihr ſeid ein wenig wie ich, zugleich entſchloſſen und klug. Und der Gedanke Eurer jungen Stirne,“ fügte der Herzog bei,„kommt mir ſogar noch ſtrenger vor als in der Vergangenheit. Ich will Euch nicht über Euch ſelbſt fragen. Ihr hattet, wie ich mich erinnere, ſchwere Pflichten zu erfüllen und gefährliche Feinde zu entdecken. Solltet Ihr anderes Unglück zu beklagen haben, als das des Vaterlandes? Ich befürchte es, denn ich habe Euch ernſt verlaſſen und finde Euch traurig wieder.“
„Ich bitte Euch, gnävigſter Herr, ſprechen wir nicht von mir. Sprechen wir von Frankreich, das heißt auch von mir ſprechen.“
„Es ſei!“ verſetzte der Herzog von Guiſe.„Ich will Euch alſo offenherzig meine Gedanken und meine Sor⸗ gen mittheilen. Mir ſcheint, nothwendig wäre es jetzt, durch einen glänzenden Schlag die moraliſche Kraft unſerer Leute und unſern alten Ruhm wieder zu heben, die Vertheidigung in den Angriff zu verwandeln, und ſich endlich nicht darauf zu beſchränken, Gegenmittel gegen unſere Unfälle zu gebrauchen, ſondern ſie durch Siege auszugleichen.“ 6
„Das iſt ganz meine Anſicht, gnädigſter Herr,“ rief Gabriel, erſtaunt und entzückt über ein für ſeine eigenen Pläne ſo günſtiges Zuſammentreffen.
„Nicht wahr, das iſt Eure Anſicht?“ verſetzte der
Herzog von Guiſe,„und Ihr habt wohl mehr als ein⸗
mal an die Gefahren unſeres Frankreichs und an die Mittel, es denſelben zu entziehen, gedacht? „Ich habe in der That oft daran gedacht.“ „Nun wohl,“ ſagte Franz von Lothringen,„ſeid Ihr mehr vorgerückt als ich, Freund? Habt Ihr die ernſte Schwierigkeit ins Auge gefaßt? Der glänzende


