Teil eines Werkes 
4.-7. Bdchn (1847)
Entstehung
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XXVIII. Ein großer Gedanke für einen großen Mann.

Der Herzog von Guiſe hatte eine Wohnung im Lonvre ſelbſt, ſeitdem er den Titel eines General Lieutenant des Koͤnigreiches führte. In dem Schloſſe der Könige von Frankreich ſchlief oder wachte vielmehr nun jede Nacht das ehrgeizige Haupt des Hauſes Loth⸗ ringen.

Welche Träume träumte er ganz wach unter dieſem mit Chimären bevölkerten Täfelwerk? Hatten ſeine Träume nicht einen großen Weg zurückgelegt ſeit dem Tag, wo er Gabriel unter ſeinem Zelt in Civitella ſeine Pläne auf den Thron von Neapel anvertraute? Würde er ſich nun hiemit begnügen? Sagte ſich nun der Gaſt des löniglichen Hauſes nicht, er könnte wohl der Herr deſſelben werden? Fühlte er nicht ſchon unbe⸗ ſtimmt um ſeine Schläfe die Berührung einer Krone? Betrachtete er nicht mit einem wohlgefälligen Lächeln ſein Schwert, das, ſicherer als der Stab eines Zaube⸗ rers, ſeine Hoffnung in eine Wirklichkeit verwandeln konnte?

Es iſt erlaubt, anzunehmen, daß Franz von Loth⸗ ringen ſogar zu jener Zeit ſolche Hoffnungen nährte.

Bevollmächtigte ihn nicht gleichſam der König, als er ihn in ſeiner Noth zu ſich rief, in dem kühnſten Emporſtreben ſeines Ehrgeizes? Ihm das Heil Frank⸗ reichs in dieſer verzweifelten Klemme anvertrauen, hieß ihn als den erſten Feldherrn der Zeit anerkennen! Franz l. hätte nicht mit dieſer Beſcheidenheit gehan⸗ delt, er würde ſein Schwert von Marignan ergriffen haben! Aber Heinrich II., obgleich er perſönlich ſehr