Teil eines Werkes 
4.-7. Bdchn (1847)
Entstehung
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„Ihr habt in der That zu Seiner Majeſtät geſagt, und wenn dies nicht genau Eure Worte ſind, ſo iſt es we⸗ nigſtens der Sinn davon. Ihr habt geſagt:„„Sire, um die Freiheit des Grafen von Montgommery zu er⸗ kaufen, werde ich den Feind in ſeinem Triumphmarſch gegen den Mittelpunkt Frankreichs aufhalten.““

„Habe ich das nicht gethan, Madame?“ fragte Ga⸗ briel ganz verwirrt.

„Ja. Doch Ihr fügtet bei:„Und ich würde mich ſogar, vom Angegriffenen der Angrei⸗ fer werdend, wenn es ſein müßte, eines der Plätze bemächtigen, deren Herr der Feind iſt.““ Das ſagtet Ihr, mein Herr. Ihr habt aber, wie mir ſcheint, nur die Hälfte von dem gethan, was Ihr ſagtet. Was könnt Ihr hierauf antworten? Ihr habt Saint⸗Quentin eine gewiſſe Anzahl von Tagen be⸗ hauptet, das iſt ſehr gut, ich leugne es nicht. Dies iſt die vertheidigte Stadt, doch wo iſt denn die genom⸗ mene?“

„Oh! mein Gott! mein Gott!“ war Alles, was Gabriel völlig vernichtet ausrufen konnte.

„Ihr ſeht, daß mein Gedächtniß noch beſſer iſt, als das Eurige,“ fuhr Diana mit derſelben Kaltblütigkeit fort.„Dennoch hoffe ich, daß Ihr Euch nun Eurerſeits ebenfalls erinnern werdet?“

„Ja, es iſt wahr, ich erinnere mich nun,“ rief Gabriel voll Bitterkeit.„Aber indem ich dies ſagte, wollte ich nur ſagen, ich würde im Falle der Noth das Unmögliche thun; denn iſt es in dieſem Augenblick möglich, den Spaniern oder den Engländern eine Stadt zu nehmen? Ich frage Euch, Sire? Als mich Eure Majeſtät abgehen ließ, nahm ſie ſtillſchweigend die erſte von meinen Anerbietungen an, ohne daß ich glauben konnte, nach dieſer heldenmüthigen Anſtrengung, nach dieſer langen Gefangenſchaft, hätte ich auch noch die zweite zu erfüllen. Sire, an Euch, an Euch wende ich

Die beiden Dianen. U 17