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beugte ſich zuerſt tief vor dem König und ſprach ſo⸗ dann:
„Sire, empfangt gnädigſt den Ausdruck meiner ehr⸗ furchtsvollen Huldigung.“
Dann ſich gegen den Admiral umwendend, der hinter ihm ging, ſagte er, um Coligny die Verlegenheit der erſten Worte zu erſparen:
„Kommt, Herr Admiral und wollt, Eurem gütigen Verſprechen gemäß, Seine Majeſtät an den Antheil er⸗ innern, den ich an der Vertheidigung von Saint⸗Quen⸗ tin nehmen durfte.“
„Was ſoll das bedeuten, mein Herr,“ rief Heinrich, der allmälig ſeine Kaltblütigkeit wieder erlangte.„Wie führt Ihr Euch ſo bei uns ein, ohne dazu bevoll⸗ mächtigt, ohne angemeldet zu ſein? Wie könnt Ihr es wagen, den Herrn Abmiral in unſerer Gegenwart auf⸗ zufordern?..“
In ſolchen entſcheidenden Augenblicken verwegen wie vor dem Feind, ſprach Gabriel, der wohl begriff, daß dies nicht der Augenblick war, ſich einſchüchtern zu laſſen, mit ehrfurchtsvollem aber entſchloſſenem Tone:
„Sire, ich dachte, Eure Majeſtät wäre ſtets bereit, wenn es ſich darum handelt, Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen, und wäre es auch dem letzten ihrer Unter⸗ thanen.“
Er hatte die rückgängige Bewegung des Königs benützt, um kühn in das Cabinet einzutreten, wo Diana von Poitiers, erbleichend und halb ſich aus ihrem Lehn⸗ ſtuhle von geſchnitztem Eichenholz erhebend, den Ver⸗ wegenen ſprechen und handeln ſah, ohne in ihrem Er⸗ ſtaunen und in ihrer Wuth ein einziges Wort finden zu können.
Coligny war hinter ſeinem ſtürmiſchen Freund ein⸗ getreten, und Montmorency hatte ſich, eben ſo erſtaunt als Alle, entſchloſſen, ihn nachzuahmen.
Es herrſchte einen Augenblick tiefes Stillſchweigen.


