Teil eines Werkes 
4.-7. Bdchn (1847)
Entstehung
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Warten, abermals warten, wenn man enblich das durch ſo viele Kämyfe und Schmerzen verfolgte Ziel zu berühren glaubt! Dieſe paar Stunden, die er noch zu durchleben hatte, kamen Gabriel furchtbarer und tödt⸗ licher vor, als alle Gefahren, die er bis jetzt muthig beſiegt.

Ohne auf die freundlichen Worte zu hören, durch die ihn der Admiral zu tröſten und zur Geduld zu be⸗ wegen ſuchte, betrachtete er traurig durch das Fenſter den Regen, der vom verdüſterten Himmel zu fallen an⸗ fing, und preßte, von Zorn und Angſt ergriffen, fieber⸗ haft den Griff ſeines Degens zuſammen.

Wie ſie niederwerfen und überſchreiten, dieſe albernen Wachen, die ihn bis in das Cabinet des Königs und vielleicht bis zur Freiheit ſeines Vaters zu gelangen ver⸗ hinderten?.

Plötzlich hob ſich der Thürvorhang des königlichen Vorzimmers und eine weiße, ſtrahlende Geſtalt ſchien dem düſteren jungen Mann die graue, regneriſche At⸗ moſphäre zu erleuchten.

„ Die kleine Dauphine Königin, Maria Stuart, ſchritt durch die Gallerie.

„Oh! Madame!“ rief er, ohne ſich nur von ſeiner Bewegung Rechenſchaft zu geben.

Maria Stuart wandte ſich um, erkannte den Ad⸗ miral und Gabriel und ging ſogleich, lächelnd wie immer, auf ſie zu.„

„Seid Ihr endlich zurückgekehrt, Herr Vicomte d'Ermès!“ ſagte ſie.„Ich bin glücklich, Euch wieder⸗ zuſehen; ich habe viel von Euch in der letzten Zeit

ſprechen hören. Aber was macht Ihr im Louvre zu dieſer frühen Stunde und was wollt Ihr?“

„Mit dem König ſprechen! mit dem König ſprechen, Madame!“ erwiederte Gabriel mit gepreßtem Tone.

ſ„Herr d'Ermos hat in der That nothwendig ſo⸗

gleich mit Seiner Majeſtät zu ſprechen,“ ſagte nun der Admirgl.„Die Sache iſt wichtig für ihn und für den