Teil eines Werkes 
4.-7. Bdchn (1847)
Entstehung
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Calvin ſprechen hören und ſollt mit ihm zufrieden ein.“

„Ah!“ ſagte Ambroiſe Paré,„Ihr belohnt mich, ehe ich etwas gethan habe. Wodurch habe ich ſo viel Gunſt verdient?“

„Dadurch, daß Ihr ſeid, was Ihr ſeid, Freund,“ antwortete la Renaudie.„Ich wußte wohl, daß Ihr ſie mit dem erſten Schlage verführen würdet.“

„Oh! Dank, tauſendmal Dank!“ verſetzte Ambroiſe. „Aber,“ fuhr er fort,„leider muß ich Euch verlaſſen. Es gibt ſo viele Leiden, die meiner harren!“

„Doch indem Ihr uns verlaßt,“ ſprach Coligny, „wiederholt Ihr wohl, daß Ihr Freunde und, wie wir von denen unſerer Religion ſagen, Brüder verlaßt.“

So nahmen ſie herzlich von ihm Abſchied, und Gabriel, der ihm mit aller Wärme die Hand drückte,

verband ſich hiedurch mit dieſem Beweiſe der Freund⸗

ſchaft.

Ambroiſe Paré entfernte ſich, Freude und Stolz im Herzen.

„Eine wahrhaft auserkohrene Seele!“ rief Theodor von Beze.

„Welcher Haß gegen die Gemeinheit!“ ſprach la Renaudie.

„Und welche Aufopferung für die Menſchheit ohne Hintergedanken und ohne Berechnung!“ ſagte Coligny.

„Ach! Herr Admiral,“ ſprach Gabriel,„wie muß Euch neben dieſer Selbſtverleugnung meine Selbſtſucht niedrig vorkommen. Ich unterordne nicht, wie Am⸗ broiſe Paré, die Thatſachen und die Perſonen den Ideen und den Principien, ſondern im Gegentheil die Ideen und Principien den Perſonen und Thatſachen. Die Re⸗ formation, Ihr wißt es wohl, wäre für mich kein Zweck, ſondern ein Mittel. Bei Eurem großen, uneigennützi⸗ gen Kampfe würde ich für meine eigene Rechnung käm⸗ pfen. Ich fühle es, meine Beweggründe find zu per⸗

Die beiden Dianen. 1. 16