Teil eines Werkes 
4.-7. Bdchn (1847)
Entstehung
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erlauben, ſo werde ich Euch dieſe Gründe mit zwei Worten begreiflich machen.“

„Sprecht! ſprecht!“ ſagten zugleich Coligny, la Renaudie und Theodor von Beze.

„Ich werde mich kurz faſſen, meine Zeit ge⸗ hört nicht mir,“ ſprach Ambroiſe.„Erfahrt zuerſt, daß ich den Gedanken der Reformation von allen Theo⸗ rien und allen Formeln frei machen wollte. Sobald das Buſchwerk entfernt war, erſchienen mir folgende Grundſätze, für welche ich mich ſicherlich allen Verfol⸗ gungen unterwerfen würde...

Gabriel hörte mit einer Bewunderung, die er nicht zu verbergen ſuchte, dieſem uneigennützigen Bekenner der Wahrheit zu.

Ambroiſe Paré fuhr fort:

„Die religiöſen und die politiſchen Mächte haben bis jetzt dem Willen und der Vernunft des Individuums ihre Vorſchrift und ihr Geſetz ſubſtituirt. Der Prieſter ſagt zu jedem Menſchen:„„Glaube dieſes,““ und der Fürſt:„Thue dieſes.“ Die Dinge konnten auf dieſe Art ſo lange währen, als die Geiſter noth Kinder waren und ſich auf eine ſolche Disciplin ſtützen mußten, um im Leben zu gehen. Doch zu dieſer Stunde fühlen wir uns ſtark, folglich ſind wir es. Und dennoch wollen der Fürſt und der Prieſter, die Kirche und der König der Gewalt nicht entſagen, welche für ſie eine Gewohn⸗ heit geworden iſt. Gegen dieſen unbilligen Anachro⸗ nismus proteſtirt meiner Anſicht nach die Reforma⸗ tion. Jede Seele könne fortan ihren Glauben prüfen und bei ihrer Unterwerfung die Vernunft zu Rathe ziehen, darauf muß, wie mir ſcheint, die Neuerung ab⸗ zielen, der wir unſere Anſtrengung widmen. Täuſche ich mich, meine Herren?“

„Nein, aber Ihr geht ſehr weit,“ ſagte Theodor von Beze,„und die Kühnheit, in die moraliſchen Fra⸗ gen die politiſchen Dinge zu miſchen..