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feuchten Mauern dieſer Dachkammer heller erglänzen zu laſſen, als die goldenen Arabesken des Louvre.
Bei dem ſchon großen Namen von Calvin ent⸗ blößte Gabriel in der That das Haupt. Hatte ſich der ſtürmiſche junge Mann bis jetzt auch nicht mit den Fra⸗ gen der Religion und der Moral beſchäftigt, ſo wäre er doch kein Mann ſeines Jahrhunderts geweſen, wenn nicht vas ſtrenge und arbeitſame Leben, der erhabene und furchtbare Charakter, und die kühnen, abſoluten Lehren des Geſetzgebers der Reformation*) ſeinen Geiſt mehr als einmal in Anſpruch genommen hätten.
Er erwiederte indeſſen mit ziemlich viel Ruhe:
„Und wer ſind diejenigen, welche mich in dem ver⸗ ehrten Zimmer des Meiſters umgeben?“
„Seine Schüler,“ antwortete der Admiral.„Theo⸗ dor von Beze, ſeine Feder, la Renaudie, ſein Schwert.“
Gabriel begrüßte den zierlichen Schriftſteller, der der Geſchichtſchreiber der reformirten Firche, und den abenteuerlichen Kapitän, der der Verfechter des Tumults von Ambvoiſe ſein ſollte.
Theodor von Beze erwiederte den Gruß von Ga⸗ briel mit der ihm eigenthümlichen Artigkeit und Anmuth und ſprach lächelnd zu ihm:
„Herr Vicomte d'Erméès, obgleich Ihr hier mit eini⸗ ger Behutſamkeit eingeführt worden ſeid, betrachtet uns, ich bitte Euch, doch nicht als zu gefährliche und lichtſcheue Verſchwörer. Ich erkläre Euch ſogleich, wenn die Vor⸗ nehmſten der Religion**) ſich insgeheim dreimal wöchent⸗ lich in dieſem Hauſe verſammeln, ſo geſchieht es einzig und
* Neben ſeinen unlengbar großen Eigenſchaften beſaß Calvin die einer nicht zu vertheidigenden Unduldſam⸗ keit, auf welche ſich das Prädicat furchtbar beziehen mag.
) Relzion iſt hier und überhaupt, wenn von jener Zeit in einem franzöſiſchen Werke die Rede iſt, gleichbe⸗ deutend mit Reformation. D. Ueberſ.
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