Teil eines Werkes 
4.-7. Bdchn (1847)
Entstehung
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rundem, heiterem Geſicht, feinem Blick und zierlichen, leichten Geberden. Im Einklang mit den Geſetzen der neueſten Mode, bildete ſein Anzug einen ſeltſamen Widerſpruch mit der bis zur Strenge einfachen Klei⸗ dung des Kapitäns.

Was den Dritten betrifft, der von der Gruppe der Andern getrennt ſtehen geblieben war, ſo zog, trotz ſeiner beſcheidenen Haltung, ſeine mächtige Geſichtsbil⸗ dung die Aufmerkſamkeit unwillkührlich an; die Breite ſeiner Stirne und die Tiefe ſeines Blickes bezeichneten ihn auch für nicht ſehr Scharffichtige als den denkenden Mann und, ſagen wir es ſogleich, als den Mann von Genie.

Nachdem Coligny einige Worte mit ſeinem Freunde hatte, näherte er ſich Gabriel und ſagte zu ihm:

„Ich bitte Euch um Verzeihung, aber ich bin nicht allein Herr hier, und ich mußte mich mit meinen Brü⸗ dern berathen, ehe ich Euch enthüllen konnte, wo Ihr ſeid und in weſſen Geſellſchaft Ihr ſeid.“

„Und nun kann ich es erfahren?“ fragte Gabriel.

„Ihr könnt es.“

„Und wo bin ich denn?“

„In der armſeligen Stube, wo der Sohn des Bött⸗ chers von Noyon, oder Johann Calvin die erſten geheimen Zuſammenkünfte der Reformirten gehalten hat, und wo er feſtgenommen werden ſollte, um auf den Scheiterhaufen geführt zu werden. ²) Doch er iſt heute ſiegreich und all⸗ mächtich in Genf; die Könige dieſer Welt rechnen mit ihm, und das Andenken an ihn allein genügt, um die

*) Calvin, eigentlich Jean Chauvin; er entging der Ver⸗ haftung im Jahr 1533 nur durch den Schutz der Kö⸗ nigin von Navarra, welche, wenig ſtreng in ihrem moraliſchen Wandel, Allem, was ſich geiſtig hervor⸗ that, ihre Gunſt zuwandte. D. Ueberſ.