Teil eines Werkes 
4.-7. Bdchn (1847)
Entstehung
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Verzweiflung. Nachdem ſie mich die ganze Nacht auf die barbariſchſte Weiſe gemartert und geplagt hatten, hingen ſie mich gegen Morgen!“

„Sie hingen Dich!“ rief Gabriel, welcher dachte, die Monomanie ſeines Stallmeiſters beginne ohne Zweifel wieder.„Sie hingen Dich, Martin? was wiliſt Du damit ſagen?“

„Ich will damit ſagen, daß ſie mich zwiſchen Him⸗ mel und Erde am Ende eines ſolid an einem Galgen befeſtigten Hanſſtrickes aufhißten, was in allen Sprachen und Patois, mit denen man mir die Ohren geſchunden hat, hängen heißt. Iſt das klar, gnädiger Herr?“

„Nicht zu ſehr; denn für einen Gehängten..

„Befinde ich mich ziemlich wohl, gnädiger Herr, das iſt eine Thatſache. Aber Ihr wißt das Ende der Geſchichte nicht. Mein Schmerz und meine Wuth, als ich mich hängen ſah, machten, daß ich das Bewußt⸗ ſeyn verlor. Als ich wieder zu mir kam, war ich mit meinem um den Hals abgeſchnittenen Strick auf dem friſchen Gras ausgeſtreckt. Wollte ein vorüberkommen⸗ der Reiſender, gerührt von meiner Lage, den Galgen von ſeiner menſchlichen Frucht befreien? Dies zu glau⸗ ben, verbietet mir meine gegenwärtige Menſchenfeind⸗ lichkeit. Ich denke mir eher, daß ein Schelm mich zu plündern gewünſcht und den Strick abgeſchnitten hat, um meine Taſchen nach Bequemlichkeit zu durchſuchen. Mein Hochzeitring und meine Papiere, die man mir geſtohlen, bevollmächtigen mich, das zu behaupten, ohne dem Menſchengeſchlecht zu ſehr Unrecht zu thun. So viel iſt gewiß, daß ich zu rechter Zeit abgeſchnitten wurde, und daß ich, trotz meines etwas verrenkten Halſes zum vierten Male durch Wald und Feld entfliehen konnte, wobei ich mich bei Tag verbarg, bei Nacht vorſichtig weiter ſchlich und von Wurzeln und Kräutern lebte... eine abſcheuliche Nahrung, an die das Vieh ſich zu ge⸗ wöhnen Mühe haben muß. Nachdem ich mich hundert⸗ mal verirrt hatte, konnte ich nach Verlauf von vierzehn