Teil eines Werkes 
4.-7. Bdchn (1847)
Entstehung
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Herr Cardingl, ſchreibt ſchnell, ich bitte Euch. Ihr braucht nicht von hier wegzugehen. Dort in jenem Cabinet findet Ihr Alles, was Ihr nöthig habt. Ge⸗ ſtiefelt und geſpornt, wartet der Eilbote ſchon unten im Sattel. Habt die Gnade, geht. Geht, eine halbe Stunde mehr oder weniger kann Alles retten oder Alles verderben.“ ₰ „Ich gehorche Eurer Majeſtät,“ antwortete der Cardinal, indem er ſich nach dem Cabinet wandte,„und mein ruhmwürdiger Bruder wird mir gehorchen, denn ſein Leben gehört dem König und dem Königreich. Doch, mag es ihm gelingen, mag er ſcheitern, Seine Majeſtät wird die Gnade haben, ſich ſpäter zu erinnern, 4 daß ſie ihm die Gewalt in einer verzweiflungsvollen 3 Lage anvertraut hat.“ 3„Sagt gefahrvoll, ſagt nicht verzweifelt,“ entgeg⸗ nete der König.„Meine gute Stadt Saint⸗Quentin und ihr braver Vertheidiger, Herr von Coligny, halten ſich noch.“ „Oder hielten ſich wenigſtens noch vor zwei Tagen,“ entgegnete Karl von Lothringen.„Aber die Feſtungswerke waren in einem erbärmlichen Zuſtand, die ausgehunger⸗ ten Einwohner ſprachen von Uebergabe, und iſt Saint⸗— Quentin heute in der Gewalt des Spaniers, ſo ge⸗ hört ihm Paris in acht Tagen. Gleichviel, Sire, ich werde an meinen Bruder ſchreiben, und Ihr wißt, was

einem Menſchen möglich iſt, wird Herr von Guiſe thun.“, Gabriel war ganz nachdenkend im Hintergrund ge⸗ blieben, ohne bemerkt zu werden⸗ Sein junges, edles

3 Herz war tief bewegt von der furchtbaren Bedrängniß, 6 welche Frankreich gefährdete, er vergaß, daß es Herr von Montmorench, ſein grauſamſter Feind, war, den man beſiegt, verwundet und gefangen genommen hatte. Er ſah für den Augenblick in ihm nur den General der franzöſiſchen Truppen, und dachte beinahe eben ſo ſehr an die Gefahren des Vaterlands, als an die Schmerzen ſeines Vaters. Das edle Kind hatte Liebe

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