„Nichts, gnädiger Herr, die einzige Andeutung, die wir hierüber haben, iſt jenes von Perrot aufgefaßte Wort von Herrn von Montmorency, der Gouverneur des Chatelet ſei ein ergebener Freund von ihm, für den er ſtehen könne.“
„Des Chatelet!“ rief Gabriel,„des Chatelet!“
Und der raſche Blitz einer gräßlichen Erinnerung zeigte ihm plötzlich den düſteren, troſtloſen Greis, der nie ein Wort ſprechen ſollte, den Greis, den er mit ei⸗ ner ſo ſeltſamen Gemüthsbewegung in einem der tief⸗ ſten Kerker des königlichen Gefängniſſes geſehen hatte..
Gabriel warf ſich in Thränen zerfließend in die Arme von Aloyſe.
IV. Das herviſche Löſegeld.
Doch am andern Tag, am 12. Auguſt, ging Gabriel feſten Schrittes und mit ruhigem Antlitz nach dem Louvre, um beim König Audienz zu verlangen.
Er hatte lange mit Aloyſe und mit ſich ſelbſt er⸗ wogen, was er thun und was er ſagen ſollte. Ueber⸗ zeugt, daß die Heftigkeit gegen einen königlichen Geg⸗ ner nur dazu dienen würde, ihm das Schickſal ſeines Vaters zuzuziehen, beſchloß Gabriel, entſchieden und würdig, aber mäßig und ehrfurchtsvoll zu Werke zu gehen; er wollte bitten, und nichts fordern. War es
nicht immer noch Zeit, laut zu ſprechen, und mußte
er nicht zuvor ſehen, ob achtzehn Jahre nicht den Haß von Heinrich II. abgeſtumpft hatten? Indem Gabriel einen ſolchen Entſchluß faßte,


