Teil eines Werkes 
4.-7. Bdchn (1847)
Entstehung
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mit der Sorgfalt einer Miſſethäterin vertilgt, welche auch nicht die entfernteſte Erinnerung an ihr Verbre⸗ chen zurücklaſſen will..

„Nur hatte mich die ſo große Anſtrengung er⸗ ſchöpft, und ich wurde krank. Doch es war meine Pflicht, für die zwei Waiſen zu leben, welche die Vor⸗ ſehung meinem Schutz allein anvertraut hatte, und ich lebte, gnädiger Herr.“

„Arme Frau, arme Märtyrerin,“ ſprach Gabriel, Aloyſe die Hand drückend.

„Einen Monat nachher,“ fuhr die Amme fort, „brachte ich Euch, gemäß den letzten Vorſchriften mei⸗ nes Mannes, nach Montgommery.

„Was Herr von Montmorency vorhergeſehen, trat wirklich ein. Eine Woche lang war bei Hofe nur von dem unerklärlichen Verſchwinden des Grafen von Mont⸗ gommery und ſeines Stallmeiſters die Rede; bald ſprach man weniger davon, und dann bildete die nahe bevor⸗ ſtehende Ankunft von Kaiſer Karl V., der Frankreich durchziehen ſollte, um die Genter zu beſtrafen, den ein⸗ zigen Gegenſtand aller Geſpräche.

„Im Monat Mai deſſelben Jahres, fünf Monate nach dem Tode Eures Vaters, gnädiger Herr, wurde Diana von Caſtro geboren“

„Ja!“ ſprach Gabriel nachdenkend;„doch gehörte Frau von Poitiers meinem Vater? Hat ſie den Dau⸗ phin nach ihm, hat ſie ihn zu gleicher Zeit mit ihm geliebt? Dunkle Fragen, welche die üblen Gerüchte ei⸗ nes müßigen Hofes nicht hinreichend zu löſen im Stande ſind.. Doch mein Vater lebtl mein Vater muß le⸗ ben! und ich werde ihn wiederfinden, Aloyſe. Es ſind nun in mir zwei Menſchen, ein Sohn und ein Lieben⸗ der, die ihn aufzufinden wiſſen werden.“

„Gott wolle es!“ ſprach Aloyſe.

„Und Du haſt ſeitdem über das Gefängniß, in

welchem dieſe Elenden meinen Vater begraben konnten, nichts mehr erfahren?“ fragte Gabriel.