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Menſchen den Knebel auszuziehen und ihn loszubinden? Unglückliche, man kneble ihn und binde ihn noch feſter.““
„„Das laſſe ich mir gefallen!““ ſagte der Anfüh⸗ rer der Sbirren,„„das ſind wahrſcheinliche und ver⸗ ſtändliche Befehle!““
„„Armer Perrot!““ ſprach nun der Graf.
„Er ließ ſich nicht einmal herab, ein Wort des Vorwurfs gegen Frau Diana beizufügen, obgleich er Zeit hatte, bis ihm das Sacktuch im Mund befeſtigt war. Vielleicht befürchtete er auch, ſeinen braven Stallmeiſter noch mehr zu gefährden. Doch Perrot ahmte leider ſeine Klugheit nicht nach und ſprach, ſich voll Entrüſtung an Frau Diana wendend:
„„Gut, Madame, Ihr bleibt wenigſtens im Treu⸗ bruch nicht auf halbem Wege ſtehen! Der heilige Peter verleugnete ſeinen Gott dreimal; doch Judas verrieth ihn nur ein einziges Mal. Ihr habt Euren Geliebten ſeit einer Stunde dreimal verrathen. Judas war aller⸗ dings nur ein Menſch, und Ihr ſeid eine Frau und eine Herzogin!““
„„Packt dieſen Menſchen!““ rief Frau Diana wüthend.
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Lignerolles Karl IX. mittheilte, der Herze von An⸗ jou, ſein Herr, habe ihm den geheimen Plan anver⸗ traut, ſich der hugenottiſchen Häupter zu entledigen, beſtimmte der König bekanntermaßen ſeinen Bruder, Lignerolles tödten zu laſſen, um jeder Indiscretion zuvorzukommen. Der Graf von Montanſier übernahm die Pollziehung mit vier oder fünf andern adeligen Henkern, welche in der Folge ſämmtlich elend umka⸗ men.„Man muß ſich daher,“ ſagt Brantome,„ſehr in Acht nehmen, daß man keinen Menſchen ungeeig⸗ neter Weiſe tödtet, denn man hat kaum ſolche Morde geſehen, welche nicht gerächt worden ſind mit der Erlaubniß Gottes, der uns ein Schwert an die Seite gegeben hat, um es zu gebrguchen, nicht um es zu mißbrauchen.“


