Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

197

wirſt mir Rechenſchaft ablegen über Deine Pflichtver⸗ geſſenheit, oder Du biſt nur ein Feiger!““

„Flender!““ rief der Dauphin, indem er ſeinen Degen zog und auf den Grafen zuging; doch Herr von Montmorench warf ſich ihm abermals entgegen.

„„Gnädigſter Herr, ich ſage Euch noch einmal, daß der Erbe des Thrones ſein Schwert nicht kreuzen wird eines Weibes wegen mit einem...

„„Mit einem Edelmann, der älter iſt als Du, erſter Baron der Chriſtenheit!““ unterbrach ihn der Graf außer ſich.„Jeder Edelmann iſt übrigens ſo viel werth als der König, und die Könige ſind nicht immer ſo klug geweſen, als Ihr behaupten wollt, Ihr Leute, und zwar aus Gründen! Carl von Neapel hat Alfons von Arragonien herausgefordert; Franz I., was noch nicht ſo lange her iſt, hat Carl V. herausgefordert. Das war König gegen König: es mag ſein! Herr von Nemours, der Neffe des Königs, hat einen ein⸗ fachen ſpaniſchen Kapitän gefordert. Die Montgommery ſind ſo viel werth als die Valois, und da ſie ſich mehrere Male mit den Kindern von Frankreich oder von England vermählt haben, ſo können ſie ſich wohl mit ihnen ſchlagen. Die alten Montgommery führten die franzöſiſchen Lilien im zweiten und dritten Felde. Seit ihrer Rückkehr nach England, wohin ſie Wilhelm dem Eroberer folgten, war⸗ das Wappen der Mont⸗ gommery azurblau mit einem Löwen mit goldenen Klauen und ſilberner Zunge, und dabei der Wahlſpruch: Gardebien, und drei Lilien auf rothem Grunde. Auf, Hoheit, da unſere Wappen ähnlich ſind, wie un⸗ ſere Schwerter, ſo folgt einer guten Regung des Ritter⸗ thums! Ah! wenn Ihr dieſe Frau liebtet, wie ich jie liebe, und wenn Ihr mich haßtet, wie ich Euch haſſe! doch nein: Ihr ſeid nur ein ſchüchternes Kind, das glücklich iſt, ſich hinter ſeinem Hofmeiſter verbergen zu können.““