Zu einer Frau, die man liebt, kommt man nicht be⸗ gleitet von Herrn von Montmorency und escortirt von acht bis zehn Reitern! das hätte ich bedenken ſollen.““
„„Dieſen Abend,““ ſprach Herr von Montmorency, „„wollte ich Seiner Hoheit mit einer Escorte folgen, weil man mich insgeheim benachrichtigt hatte, es würde ihr heute ein Hinterhalt geſtellt werden. Ich mußte jedoch Seine Hoheit auf der Schwelle dieſes Hauſes allein gehen laſſen. Aber der Lärm Eurer Stimme, mein Herr, drang bis zu uns und verpflichtete mich, weiter zu gehen und dem Rathe unbekannter Freunde, die mich zu ſo gelegener Zeit behutſam machten, ganz und gar Glauben zu ſchenken.““
„„Ich kenne ſie, dieſe unbekannten Freunde!““ er⸗ wiederte bitter lachend der Graf.„„Es ſind ohne Zwei⸗ fel dieſelben, die auch mich benachrichtigt haben, der Dauphin wäre dieſen Abend hier, und es iſt ihnen ihr Plan nach Wünſchen gelungen, ihnen und ihr, welche
ſie handeln ließ. Denn ich nehme an, daß Madame
d'Etampes nur durch einen auffallenden Scandal Frau von Poitiers compromittiren wollte. Der Herr Dau⸗ phin hat nun, indem er nicht zögerte, ſeinen Liebes⸗ beſuch mit einem Heere zu machen, wunderbar dieſen wunderbaren Plan unterſtützt! Ah! es iſt ſo weit ge⸗ kommen, Heinrich von Valvis, daß Ihr nicht mehr die geringſte Schonung für Frau von Brézé habt?... Ihr erklärt ſie alſo öffentlich für Eure officielle Ge⸗ liebte? Sie gehört alſo wirklich und unwiderruflich Euch, dieſe Frau? Es iſt nicht mehr daran zu zweifeln, es iſt nichts mehr zu hoffen! Ihr habt mir ſie in der That geſtohlen, und mit ihr mein Glück, und mit ihr mein Leben. Nun wohl! Donner und Blut! ich habe nun keine Schonung mehr zu beobachten. Daß Du ein Sohn von Frankreich biſt, Heinrich von Valois, iſt kein Grund, nicht mehr Edelmann zu ſein, und Du


