Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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Dauphin zugewendet, und ertheilte ihm wohl alle ſeine Rathſchläge und brachte ihm den ganzen Geſchmack des ſchon reifen Mannes bei. Er leitete ihn nach ſeinem Gefallen und machte ihn gegen alle ſeine Launen füg⸗ ſam. Er warf in dieſe ſchwache, zarte Seele tiefe Wurzeln einer unzerſtörbaren Gewalt und bemächtigte ſich Heinrichs dergeſtalt, daß nur das Anſehen einer Frau das ſeinige gefährden konnte

Doch er bemerkte bald zu ſeinem Schrecken, daß ſein Zögling verliebt wurde. Heinrich vernachläßigte die Freundſchaften, mit denen er ihn weiſe umgeben hatte. Sonſt ſchen, wurde Heinrich traurig und bei⸗ nahe träumeriſch. Montmorench ſchaute umher und glaubte wahrzunehmen, daß Diana von Poitiers die Königin ſeiner Gedanken war. Der rohe Kriegsknecht liebte Diana mehr als eine Andere! In ſeinen plum⸗ pen Gedanken ſchätzte er die königliche Cvurtiſane rich⸗ tiger zu ihrem wahren Werthe, als der ritterliche Montgommery. Er ordnete ſeinen Plan nach den ge⸗ meinen Inſtinkten, die er bei dieſer Frau, den ſeinigen gemäß, errieth, und fortan ruhig, ließ er den Dauphin im Verborgenen für die Großſeneſchallin ſeufzen.

Sie war in der That die Schönheit, welche das erſtarrte Herz von Heinrich erwecken mußte! Sie war witzig, herausfordernd, lebhaft; ihr feiner Kopf hatte hübſche, raſche Bewegungen, ihr Blick glänzte von Verſprechungen und ihre ganze Perſon beſaß eine mag⸗ netiſche(damals ſagte man magiſche) Anziehungskraft, welche den armen Heinrich verführen mußte. Es kam ihm vor, als müßte ihm dieſe Frau die unbekannte Wiſſen⸗ ſchaft eines neuen Lebens enthüllen. Die Sirene war für ihn, den Scheuen, den Neugierigen, den Naiven,

anziehend und gefährlich wie ein Geheimniß oder wie

ein Abgrund. Diana fühlte dies Alles; doch ſie zögerte noch aus Furcht vor Franz I. in der Vergangenheit und

ihr

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