Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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voch um meine Ehre wieder zu erhalten, darf ich nicht die des Grafen von Montgommery ſein.“

Sie begleitete dieſe Halbweigerung mit einem ſo leidenſchaftlichen und ſo ſchmachtenden Blick, daß der Graf nicht mehr an ſich halten konnte.

„Ah! Madame,“ ſagte er zu der coquetten Herzo⸗ gin,„wenn Ihr mich liebtet, wie ich Euch liebe?

„Nun?“ 6

„Was iſt mir an der Welt, an den Vorurtheilen der Familie und der Ehre gelegen! für mich ſeid Ihr vas Weltall. Seit drei Monaten lebe ich nur von Eurem Anblick, ich liebe Euch mit der ganzen Gluth und der ganzen Blindheit der erſten Liebe. Eure er⸗ habene Schönheit berauſcht, verwirrt mich. Wenn Ihr mich liebt, wie ich Euch liebe, ſeid die Gräfin von Montgommery, ſeid meine Frau.“

„Ich danke, Graf,“ ſprach Diana triumphirend, „ich werde mich dieſer edlen, hochherzigen Worte erin⸗ nern. Mittlerweile wißt Ihr, daß Grün und Weiß meine Farben ſind.“

Ganz entzückt küßte Jacques die weiße Hand von Diana: er war ſtolzer und glücklicher, als wenn die Krone der Welt ihm gehört hätte.

Und als am andern Tag Franz I. gegen Diana. von Poitiers bemerkte, ihr neuer Anbeter fange an öffentlich ihre Farben zu tragen, da ſagte ſie, indem ſie den König mit der ganzen Schärfe ihres Blickes anſchaute:

„Iſt es nicht ſein Recht, Sire, kann ich ihm nicht geſtatten, meine Farben zu tragen, da er mir ſeinen Namen zu tragen anbietet?“ 3

„Iſt es möglich?“ fragte der König.

„Es iſt gewiß, Sire,“ antwortete mit einem be⸗ ſtimmten Nachdruck die Herzogin, welche einen Augen⸗ blick glaubte, es ſei ihr gelungen, und die Eiferſucht erwecke bei dem Ungetreuen die Liebe wiede

Die beiden Dianen. 1 12