Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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„Doch Ihr wißt nicht, ob am Morgen oder am Abend?“ 8

„Verzeiht, ich war bei ſeiner Mutter, der ich bei ihren Geburtswehen beiſtund. Der gnädige Herr Ga⸗ briel iſt auf den Schlag halb ſieben Uhr Morgens ge⸗

boren.“

Noſtradamus ſchrieb ſich das auf und ſagte dann: „Ich werde ſehen, wie an dieſem Tag und zu die⸗ ſer Stunde der Stand des Himmels war. Doch wenn der Vicomte d'Ermés zwanzig Jahre älter wäre, ſo würde ich ſchwören, daß ich ſeine Hand ſchon in der meinigen gehalten. Uebrigens iſt wenig daran gelegen!

nicht der Zauberer, wie mich das Volk zuweilen nennt, hat hier zu thun, ſondern der Arzt, und ich wiederhole

Euch, Frau Aloyſe, der Arzt ſteht nun für den Kranken.“

„Verzeiht, Meiſter,“ ſprach Aloyſe traurig,„Ihr habt geſagt, Ihr ſtündet für die Krankheit, doch Ihr ſtündet nicht für die Leidenſchaft?“

„Die Leidenſchaft!“ murmelte Noſtradamus lächelnd, „ei! mir däucht, der Umſtand, daß die kleine Zofe täg⸗ lich zweimal hier erſcheint, beweiſt, daß ſie keine ver⸗ zweifelte iſt.“

„Im Gegentheil, Meiſter, im Gegentheil,“ rief Aloyſe voll Schrecken.

„Geht doch, Dame Alohſe! reich, brav, jung und ſchön, wie der Vicomte d'Ermés, wird man nicht lange von den Damen in einer Zeit, wie die unſrige iſt, zu⸗ rückgeſtoßen; man wird höchſtens zuweilen vertagt.“

„Nehmt jedoch an, es ſei dem nicht ſo, Meiſter.

Nehmt an, wenn der gnädige Herr wieder zum Leben

und zur Vernunft zurückkehrt, ſei der erſte, der einzige Gedanke, der dieſe wiedererweckte Vernunft berührt, der:„„Die Frau welche ich liebe, iſt unwiderruflich für mich verloren.“ Was wird dann geſchehen?“ „Oh! hoffen wir, daß Eure Vorausſetzung nicht gegründet iſt, Dame Aloyſe, das wäre ſchrecklich. Dieſer Die beiden Dianen. 1. 11