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tritt, und Ihr könnt es der hübſchen Zofe ſagen, welche ſich zweimal täglich nach ihm erkundigt; unter dem Allem ſteckt eine Leidenſchaft einer vornehmen Dame, wahr? Das iſt zuweilen reizend, zuweilen un⸗ e i6
„Oh! hier iſt es unſelig, Ihr habt Recht, Meiſter
Noſtredame,“ ſprach ſeufzend Aloyſe. „Gott wolle, daß er ſich aus der Leidenſchaft wie
aus der Krankheit herausreiße, Frau Aloyſe, wenn nicht
Krankheit und Leidenſchaft dieſelben Wirkungen und dieſelben Urſachen haben. Ich würde für die eine ſtehen und nicht für die andere.“
Noſtradamus öffnete die weiche, träge Hand, die er in der ſeinigen hielt, und betrachtete mit einer träume⸗ riſchen Aufmerkſamkeit die innere Fläche dieſer Hand. Er ſpannte ſogar die Haut über dem Zeigefinger und dem Mittelfinger aus; er ſchien nicht ohne eine gewiſſe Anſtrengung in ſeinem Gedächtniß eine Erinne⸗ rung zu ſuchen⸗
„Das iſt ſonderbar,“ ſagte er halblaut und wie zu ſich ſelbſt,„ich ſtudire wiederholt dieſe Hand, und es iſt mir, als hätte ich ſie ſchon zu einer andern Zeit unter⸗ ſucht. Doch welche Zeichen waren mir damals aufge⸗ fallen? Die Menſallinie iſt günſtig, die mittlere iſt zweifelhaft, doch die Lebenslinie iſt vollkommen. Im Uebri⸗ gen nichts als Gewöhnliches. Die vorherrſchende Ei⸗ genſchaft dieſes jungen Mannes muß ein feſter, ſtrenger Wille ſein, ein Wille, ſo unverſöhnlich als der von ei⸗ ner ſichern Hand abgeſchoſſene Pfeil. Das iſt es nicht, was mich einſt in Erſtaunen ſetzte. Und dann ſind meine Erinnerungen zu verworren, um nicht einer älteren Zeit anzugehören, und Euer Herr, Frau Aloyſe, iſt wohl noch nicht fünfundzwanzig Jahre alt.“
„Er iſt vierundzwanzig.“
„Alſo iſt er im Jahr 1533 geboren; wißt Ihr an welchem Tage, Frau Aloyſe?“
„Am 6. März⸗“
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