Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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alſo ohnmächtig? Im Vorübergehen erblickte ich Euch, und es gebrach mir an Kraft, zu rufen. Und dann be⸗ ruhigte mich die Ueberlegung ein wenig; ich näherte mich Euch, doch ich brauchte hübſch Muth dazu! ich legte meine Hand auf Eure Stirne, welche ganz eiſig war, ich rief Euch, und Ihr kamet wieder zum Be⸗ wußtſein. Geht es nun beſſer?“

„Ja, Madame, ſeid geſegnet für Eure Güte. Ich entfinne mich nun. Ein furchtbarer Schmerz preßte mir plötzlich die Schläfe wie ein eiſerner Schraubſtock

zuſammen, meine Kniee wichen unter mir, und ich fiel

an der Wand hin. Doch warum hat mich dieſer Schmerz gepackt? Ah! ja, ich erinnere mich nun, ich erinnere mich ganz und gar. Ach! mein Gott! mein Gott! ich erinnere mich.“

„Irgend ein großer Kummer hat ſich Eurer be⸗ mächtigt, nicht wahr?“ verſetzte Maria.„Oh! ja, denn nur bei der Erinnerung an das, was Ihr ge⸗ litten habt, ſeid Ihr jetzt viel bleicher als je. Stützt Euch auf meinen Arm, ich bin ſtark. Ich will rufen und Euch Leute geben, die Euch nach Hauſe führen.“

„Ich danke Fuch, Madame,“ ſagte Gabriel, ſeine Kräfte und ſeine Energie zuſammenraffend.„Ich fühle die nothwendige Stärke in mir, um allein nach Hauſe zu gehen. Seht, ich gehe ohne Hülfe und feſten Schrit⸗ tes. Doch ich danke Euch darum nicht minder, und ich werde mich, ſo lange ich lebe, Eurer rührenden Güte erinnern, Madame. Ihr ſeid mir wie ein trö⸗ ſtender Engel in einer Kriſe meines Schickſals erſchie⸗ nen. Nur der Tod kann das in meinem Herzen ver⸗ wiſchen.“

„O mein Gott! was ich gethan habe, iſt ganz natürlich, Herr d'Exmös. Ich hätte es für jedes lei⸗ dende Geſchöpf gethan, und um ſo mehr für Euch, von dem ich weiß, daß Ihr der ergebene Freund meines Oheims von Guiſe ſeid. Dankt mir nicht für ſo wenig.“

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