Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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Herzen und ſehen wir, was darin vorgeht. Erzählen wir uns gegenſeitig unſere Seelen.“

„Das gefällt mir,“ ſagte Diana,„das wird rei⸗ zend ſein!“

„Ja, reizend,“ verſetzte Gabriel traurig.„Sprecht Ihr zuerſt, Diana; was fühlt Ihr für mich? Liebt Ihr mich nicht weniger als Euren Vater?“

„Böſer Eiferſüchtiger! Wißt vor Allem, daß ich Euch ganz anders liebe. Es iſt nicht leicht, Euch das zu erklären! Iſt der König da, ſo bin ich ruhig, und mein Herz ſchlägt nicht ſchneller als gewöhnlich; doch wenn ich Euch ſehe, dann verbreitet ſich durch mein gan⸗ zes Weſen eine ſeltſame Unruhe, die mir wehe thut und mich zugleich entzückt. Ich ſage meinem Vater vor aller Welt die liebkoſenden, ſüßen Worte, die mir in den Mund kommen, doch mir ſcheint, ich hätte nie den Muth, zu Euch vor irgend Jemand nur:„„Gabriel!““ zu ſagen, ſelbſt wenn ich Eure Frau wäre. Mit einem Wort, ebenſo friedlich als die Freude iſt, die ich bei meinem Vater fühle, ebenſo ſehr iſt das Glück, das Eure Gegenwart mir bringt, unruhig, ich möchte ſagen ſchmerzlich, und dieſer Schmerz iſt dennoch köſtlicher als jene Ruhe.“

„Schweige! oh! ſchweige!“ rief Gabriel ganz ver⸗ wirrt.„Ja, Du liebſt mich, und das erſchreckt mich!.. und das beruhigt mich, will ich ſagen; denn Gott

hätte am Ende dieſe Liebe nicht geſtattet, wenn Du mich nicht lieben könnteſt.“

„Was wollt Ihr damit ſagen?“ fragte Diana er⸗

ſtaunt;„warum bringt Euch mein Geſtändniß, das ich

Euch wohl zu thun berechtigt bin, da Ihr mein Gatte ſein werdet, ſo ſehr außer Euch? Welche Gefahr kann ſich in meiner Liebe verbergen?“

„Keine, theure Diana, keine. Merkt nicht darauf, die Freude berauſcht mich, die Freude! Ein ſo hohes Glück macht den Schwindel. Ihr habt mich jedoch nicht immer mit dieſer Unruhe und dieſem Schmerz ge⸗