152
klommen bei Frau von Valentinvis fühlt, ſo erweitert ſich dagegen Euer Herz in Gegenwart des Königs und erkennt in ihm einen wahren Vater, nicht wahr?“
„O gewiß!“ erwiederte Diana,„am erſten Tag wo ich ihn ſah, und wo er mit ſo viel Güte zu mir ſprach, fühlte ich mich alsbald zu ihm hingezogen. Nicht aus Politik bin ich zuvorkommend und liebevoll gegen ihn, ſondern aus Inſtinkt; wäre er nicht der König, wäre er nicht mein Wohlthäter und Beſchützer, ich würde ihn eben ſo ſehr lieben; es iſt mein Vater!“
„Man täuſcht ſich nicht in ſolchen Dingen!“ rief Gabriel entzückt;„meine theure Diana, meine Vielge⸗ liebte! es geziemt ſich für Euch, Euren Vater ſo zu lieben, es geziemt ſich, daß Ihr Euch in ſeiner Gegen⸗ wart von Liebe und Dankbarkeit bewegt fühlt. Dieſe ſanfte, kindliche Frömmigkeit gereicht Euch zur Ehre, Diana.“
„Und es geziemt ſich auch für Euch, ſie zu begrei⸗ fen und zu billigen, mein Freund,“ ſprach Diana.„Doch nun, nachdem wir von meinem Vater, von der Zunei⸗ gung, die er für mich offenbart und die ich ihm zurück⸗ gebe, und von unſeren Verbindlichkeiten gegen ihn ge⸗ ſprochen haben, wie wäre es, wenn wir ein wenig von uns und unſerer Liebe ſprechen würden? Was wollt Ihr? man iſt ſelbſtſüchtig,“ fügte ſie mit der ihr ei⸗ genthümlichen reizenden Freimüthigkeit bei.„Wäre übrigens der König da, ſo würde er es mir zum Vor⸗
wurf machen, daß ich gar nicht an mich, an uns denke.
Wißt Ihr, Gabriel, was er mir noch ſo eben wieder⸗ holte:„„Theures Kind, ſei glücklich, glücklich ſein, ver⸗ ſtehſt Du wohl? heißt mich glücklich machen.“ Iſt alſo unſere Schuld an die Dankbarkeit abbezahlt, mein Herr, ſo wollen wir uns ſelbſt nicht zu ſehr vergeſſen.“
„Das iſt es,“ ſprach Gabriel nachdenkend,„über⸗ laſſen wir uns nun ganz der Zuneigung, die uns mit einander für das Leben verbindet. Schauen wir in unſere
—
„
——————
——


