Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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„Wer denn?“

„Wer? wenn nicht Frau Diana von Poitiers. ich weiß nicht, ob ich ſagen ſoll, meine Mutter.“

„Und warum fügte ſie ſich darein, Euch ſo in der Einſamkeit und fern von ſich zu laſſen, Diana? Hätte ſie ſich nicht Eures Daſeins freuen und in den Augen des Königs Eurer Geburt, die ihr einen Anſpruch mehr auf ſeine Liebe gab, rühmen müſſen? Was hatte ſie zu befürchten, ihr Gemahl war todt, ihr Vater todt?“

„Ganz richtig, Gabriel,“ erwiederte Diana,„und es wäre mir ſchwer, um nicht zu ſagen unmöglich, dieſen ſeltſamen Stolz rechtzufertigen, dem zu Folge Frau von Valentinois nie einwilligte, mich als ihr Kind an⸗ zuerkennen. Ihr wißt alſo nicht, Freund, daß ſie den König Anfangs bewog, meine Geburt zu verbergen, daß ſie mich nur auf ſein Zudringen, und beinahe auf ſeinen Befehl zurückrief, und daß ſie nicht einmal in meiner Legitimationsurkunde genannt ſein wollte? Ich beklage mich nicht darüber, Gabriel, denn ohne dieſen ſeltſamen Stolz hätte ich Euch nicht kennen lernen, und Ihr würdet mich nicht geliebt haben; doch ich habe zu⸗ weilen mit Kummer an die Abneigung meiner Mutter und Alles das gedacht, was mich betrifft!“

„Eine Abneigung, welche ganz wohl nichts Ande⸗ res als ein Gewiſſensvorwurf ſein könnte,“ dachte Ga⸗ briel mit Schrecken;„ſie wußte, daß ſie den König täuſchte, und that es nicht ohne Zögern und ohne Furcht ℳ

„Aber an was denkt Ihr denn, mein Freund?“ verſetzte Diana,„und warum richtet Ihr alle dieſe Fragen an mich?“

„Aus keinem Grund; ein Zweifel meines unruhi⸗ gen Herzens. Kümmert Euch nicht darum, Diana; doch wenn Eure Mutter nur Abneigung und beinahe Haß gegen Euch offenbart, Diana, ſo entſchädigt Euch Euer Vater für dieſe Kälte durch ſeine Zärtlichkeit; und Ihr Eurerſeits, wenn Ihr Euch ſchüchtern und be⸗