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wartete Gabriel den Sturm der Entrüſtung und Ver⸗ achtung, der über ihn losbrechen ſollte. Verachtung und Entrüſtung ließen nicht lange auf ſich warten, und nachdem ſie einige Minuten geſchwiegen hatte, ſprach Catharina von Medicis, welche nur mit großer Mühe ihre Stimme und ihren Zorn bewältigte:
„Wißt Ihr, Herr d'Ermés, daß ich Euch keck, um nicht zu ſagen unverſchämt finde? Wer ſprach mit Euch von Liebe, mein Herr? Woraus ſchließt Ihr, daß man Eure ſo ſcheue Tugend verſuchen wollte? Ihr müßt eine ſehr freche und ſehr eitle Anſicht von Eurem Ver⸗ dienſte haben, um an ſolche Dinge zu glauben und auf eine ſo vermeſſene Weiſe ein Wohlwollen zu erklären, vas nur Unrecht gehabt hat, ſich an ſo unwürdiger Stelle zu äußern. Ihr habt im Ernſt eine Frau und eine Königin beleidigt, mein Herr!“
„Oh! Madame,“ verſetzte Gabriel,„glaubt, daß fromme Ehrfurcht...
„Genug!“ unterbrach ihn Catharina,„ich ſage Euch, daß Ihr mich beleidigt habt, und daß Ihr hier⸗ her gekommen ſeid, um mich zu beleidigen! Warum ſeid Ihr hier? Welcher Beweggrund führte Euch hierher? Was geht mich Eure Liebe, was geht mich Frau von Caſtro, was geht mich Alles an, was Euch betrifft! Ihr kamet, um bei mir Auskunft zu ſuchen? ein lächer⸗ licher Vorwand! Ihr wolltet durch eine Königin von Frankreich die Polizei Eurer Leidenſchaft machen laſſen. Das iſt wahnſinnig, ſage ich Euch, und ich füge noch bei: es iſt beſchimpfend!“
„Nein, Madame,“ erwiederte Gabriel, ſtolz das Haupt erhebend,„Ihr ſeid dadurch nicht beſchimpft worden, daß Ihr einen ehrlichen Mann gefunden habt, der Euch lieber verwunden, als täuſchen wollte.“
„Schweigt, mein Herr,“ rief Catharina,„ich be⸗ fehle Euch, zu ſchweigen und zu gehen. Schätzt Euch glücklich, daß ich dem König Eure freche Verachtung noch nicht enthüllen will; doch erſcheint nie wieder vor
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